Kaiser Julians Gesetzgebungswerk und Reichsverwaltung
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Die Religionspolitik von Julian, dem letzten heidnischen römischen Kaiser, ist gut erforscht, während seine Gesetzgebung weniger Beachtung fand. Diese Studie sammelt erstmals alle mit Julian verbundenen Gesetzestexte und legt sie übersetzt vor. Im Fokus stehen Fragen zur übergeordneten Tendenz seiner Gesetzgebung, wie Christenfeindlichkeit und Abneigung gegen Konstantin, sowie die Bewertung Julians als Reformkaiser und das Vorgehen seiner Nachfolger mit seinen Gesetzen. Zudem wird untersucht, welche Rolle Neuerungen im Vergleich zu Bestätigungen des bestehenden Rechts spielten und wann ein Gesetz als erfolgreich gilt. Die Studie nutzt erstmals spätantike und frühmittelalterliche Kommentare zu Gesetzescodices als Parallelüberlieferung, die oft wertvolle Einblicke in das Verständnis einzelner Gesetze bieten. Das Ergebnis zeigt, dass Julians Gesetzgebung stark pragmatisch geprägt war und darauf abzielte, alltägliche Probleme zu lösen, ohne die Rechtslage wesentlich zu verändern. Julians Gesetze sind somit weder ein umfassendes Reformwerk noch eine legislative Stütze seiner Religionspolitik. Die Erkenntnis, dass Julian seinen Vorgängern und Nachfolgern als Gesetzgeber ähnlicher ist als oft angenommen, eröffnet neue Perspektiven für die Forschung zur Gesetzgebung der Spätantike.
