Barbara Maria Köhler Orden de los libros



- 2000
- 1999
Der Art und Weise der Ernährung wird eine wichtige Rolle für die Entstehung wie für die Verhinderung von in Wohlfahrtsgesellschaften häufigen chronischen Erkrankungen zugeschrieben. Die gesellschaftlich erzeugte Ernährungsweise prädisponiert die Individuen nachweislich für bestimmte Krankheiten. Die Untersuchung der Ernährungsbedingungen, die Ausgestaltung und Wirksamkeit von Programmen und Politiken für eine gesundheitsförderliche Ernährung sind daher auch Arbeitsgebiete von Public Health. Hier sind natur-, sozial- und kulturwissenschaftliche Ergebnisse der Ernährungsforschung zusammenzuführen, um umfassende präventive Programme zu entwickeln. Zwar wird beispielsweise in der Ernährungs- und Hauswirtschaftslehre auch bisher schon an gesundheitsförderlichen Konzeptionen gearbeitet, doch ist es möglich und erforderlich, diese Ansätze zu erweitern. Analysen von Ernährungspolitik und ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit, die Auseinandersetzung mit den neuartigen Konzepten von Public Health, die Integration in die Lehre in Europa und die Anforderungen an neue berufliche Qualifikation - das sind die Themen, denen sich international renommierte Autoren aus den Ernährungswissenschaften und Public Health in diesem Band zuwenden.
- 1997
Die Beiträge dieses Bandes untersuchen das Paradox des Mangels im Überfluß: Ernährungsarmut in Wohlstandsgesellschaften. Geringes Einkommen, schlechte Wohnverhältnisse, soziale Isolation bleiben nicht ohne Folgen für die sozialen und kulturellen Qualitäten des Essens. Benachteiligte Bevölkerungsgruppen (z. B. einkommensschwache Familien und besonders ihre Kinder, Migranten, Asylsuchende, alte Menschen) können unter diesen Beschränkungen nur schwer eine Ernährung sichern, die ernährungsbedingten Erkrankungen vorbeugt und die Gesundheit fördert. Zwar sind Hunger und extreme Mangelversorgung in den Wohlfahrtsstaaten als Massenphänomen nicht anzutreffen, doch zeigt sich, daß die Armen und Benachteiligten eine ihren sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Anforderungen genügende Ernährung nicht zuverlässig sichern können. So müssen einkommensschwache Haushalte das in gewissen Grenzen flexible Lebensmittelbudget einschränken, um andere, nicht flexible Lebensnotwendigkeiten zu finanzieren. Für andere Gruppen steht neben der Einkommenssituation im Vordergrund, daß eine unabhängige Haushaltsführung nicht mehr möglich ist.