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Der Genitiv der Negation (GenNeg) ist ein typisches linguistisches Phänomen in slawischen Sprachen, das im Russischen in zwei syntaktischen Positionen auftritt und jeweils mit einem anderen Kasus konkurriert: in der Subjektposition mit dem Nominativ und in der Objektposition mit dem Akkusativ. Diese Kasuskonkurrenzen stellen LinguistInnen seit über hundert Jahren vor Herausforderungen, insbesondere in Bezug darauf, in welchen Kontexten der GenNeg erlaubt ist und welche Bedeutungsunterschiede sich aus den Kasusalternationen ergeben. Nach einem umfangreichen Theorieteil, der den russischen Genitiv sowie relevante semantische und syntaktische Forschungsansätze zum GenNeg behandelt, wird eine qualitative Analyse ausgewählter Beispiele aus der Fachliteratur durchgeführt, um die Gültigkeit dieser Ansätze zu testen. Zudem werden analoge Sprachstrukturen aus dem russischen Nationalkorpus und Grammatikalitätsurteile von L1-SprecherInnen herangezogen, um die sprachliche Realität zu überprüfen. Es zeigt sich, dass Nomen mit GenNeg-Markierung bestimmte Merkmale aufweisen: Sie haben keine relative Existenz-/Präsenzpräsupposition und bezeichnen Merkmale statt Individuen, was zu einer unspezifischen, indefiniten Lesart führt. Aufgrund von Sprachwandelprozessen nimmt die Frequenz des GenNegs ab, während die anderen Kasus zur neutralen Wahl werden. Abschließend werden Desiderata formuliert, die als Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschung di
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Sein oder des Nichtseins: die Semantik des Genitivs der Negation im Russischen, Dimitrios Meletis
- Idioma
- Publicado en
- 2017
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