Die Stadt im Westwind
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Die geheimnisvoll-melancholischen Erzählungen MIZUMARU ANZAIs (1942–2014) spielen in der japanischen Provinz. Sie handeln von Verlust, Einsamkeit, Zügen, Zitrusfrüchten, den Jahreszeiten und Krieg. Dabei setzen sie sich über traditionelle Rollenbilder und Genregrenzen gleichermaßen hinweg. ANZAI schuf seine Geschichten bereits Mitte der 70er-Jahre für die legendäre Zeitschrift Garo. Er hatte einen großen Anteil daran, dem Manga mit einem bewusst unperfekten Stil (»heta uma« genannt – »schlecht, aber gut«) ein neues Gesicht zu geben. Seine Erzählungen lesen sich wie gezeichnete Gedichte. Aus dem Japanischen übersetzt wurden sie von URSULA GRÄFE, die neben zahlreichen Werken SAYAKA MURATAs u. a. auch HARUKI MURAKAMI ins Deutsche übertragen hat. ANZAI wiederum gilt als einer der wichtigsten Weggefährten MURAKAMIs und prägte dessen literarischen Kosmos entscheidend.
