Die Kunst des Landlebens
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Dieser Band bietet ein umfassendes Panorama der Lebenswelt der »dienenden Klasse« und ihrer Darstellung in Kunst und Literatur des 18. Jahrhunderts. Einen der Schwerpunkte des Bandes bilden Untersuchungen zu authentischen, zum Teil erstmals veröffentlichten Quellen, z. B. aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Böhmen und Italien, die auch die Rolle der Hofmohren und die außereuropäischen Verhältnisse der Sklaven einschließen. Sodann werden Fragen erörtert, die im europäischen Zusammenhang der Lebensrealität des Gesindes im Spiegel der Malerei, der Architektur, der Musikgeschichte und der Literatur gelten.
Invalide bey der 7.ten Compagnie. Mit e. Nachw. hrsg. v. Gotthardt Frühsorge u. Christoph Schreckenberg
Ein sensationeller Fund einer Handschrift: der Bericht eines einfachen preußischen Soldaten aus den Napoleonischen Kriegen - Geschichte »von unten«, hier erstmals gedruckt. Johann Christoph Pickert wurde 1787 in Haldensleben bei Magdeburg geboren und lernte erst den Beruf des Handschuhmachers, bevor er 20 Jahre als Soldat im preußischen Heer diente. Nach seiner Versetzung »zur siebenten Invaliden Compagnie« schrieb dieser einfache Mann seine Lebensgeschichte auf. Darin erzählt er von seiner Jugend- und Lehrzeit, von seiner Rekrutierung und vom harten Leben in der preußischen Armee: Er nahm an der Schlacht von Jena und Auerstedt teil und wurde als Gefangener zur Zwangsarbeit nach Frankreich geschickt. Seine Erinnerungen sind zugleich eine »Körpergeschichte«, eine Geschichte der Freuden und Leiden seines Leibes - vom Kind über den Knaben bis zur martialischen Behandlung des Soldaten im Krieg. Die Erzählperspektive und die stilistische Authentizität, die ausführlichen Detailschilderungen sowie das gänzlich unprätentiöse Schreiben stellen Pickerts Lebensbericht neben Ulrich Bräkers »Armen Mann im Toggenburg« aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Alles, was Pickert für erinnerungswürdig hält, betrifft im Detail nur ihn, zeigt den heutigen Lesern aber einen Ausschnitt aus der Lebenswelt einer sozialen Schicht, die selten zu Wort kommt. Dieses einzigartige autobiographische Dokument wurde zufällig in einem Antiquariat entdeckt und wird hier erstmals veröffentlicht. Der Text wird durch einen Stellenkommentar und ein Nachwort ergänzt.