Heike Arendt schildert das Schicksal eines Mädchens, welches in einer nach außen hin völlig normalen Familie aufwächst. Beide Eltern sind Akademiker. Die Mutter leitet eine erfolgreiche Kanzlei. Dass der Vater von russischen Spionen verfolgt wird und die Mutter nicht weiß, wie man eine Mutter ist, ahnt niemand. Vergeblich versucht das Mädchen, die Außenwelt auf seine familiären Missstände aufmerksam zu machen. Mit Intellekt und Resilienz gelingt es dem Mädchen, den Mangel an Liebe und Zuwendung zu kompensieren. Erst als es sich traut, seine wahren Gefühle zuzulassen und ernst zu nehmen, fängt es an, sein eigenes Leben zu leben. Das autobiographische Buch handelt von psychischer Gewalt durch eine an Borderline erkrankte Mutter und deren verheerenden Folgen. Heike Arendt gibt Einblicke in eine Gedanken- und Gefühlswelt, die für viele Menschen verborgen ist. Eindrucksvoll beschreibt sie, wie subtil psychische Gewalt sein kann, warum diese für Außenstehende oft unbemerkt bleibt und wie schwer es ist, diese Traumata aufzuarbeiten.
Heike Arendt Orden de los libros


- 2016
- 2002
Die Neuordnung des Ausbildungsberufes Versicherungskaufmann/-frau von 1996 gilt als Beispiel für die schnelle Umsetzung einer Reform im dualen System, brachte jedoch unerwartete „Nebenwirkungen“ mit sich. Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden, und in Nordrhein-Westfalen entstanden Ausbildungskonzepte, die ohne Berufsschule auskommen. Diese Arbeit untersucht die Zusammenhänge, die für diese „Nebenwirkungen“ verantwortlich sind. Ein zentrales Element der Reform ist das Lernfeldkonzept, das hier frühzeitig umgesetzt wurde. Befürworter sehen darin die Chance, eine neue Lernkultur und verstärkte Praxisorientierung zu schaffen, während Gegner befürchten, dass der Unterricht in der Berufsschule theoretisch verarmt. Anhand von Praxisbeispielen zeigt die Autorin, dass diese Ängste bereits Realität geworden sind. Umfassende Befragungen von Berufsschülern belegen, dass die Erwartungen der Befürworter hinsichtlich der neuen Lernkultur und Praxisorientierung nicht erfüllt wurden. Diese Arbeit wird als sehr interessant beschrieben, da sie die Schwachstellen des Ausbildungssystems klar benennt und durch detailliertes Praxiswissen sowohl für Wissenschaftler als auch für Praktiker von Wert ist.