Nach dem großen Erfolg von Latte Macchiato. Soziologie der kleinen Dinge legt Tilman Allert nun den Nachfolgeband Gruß aus der Küche vor: Luftige Feuilletons über Lipgloss, den Knieschlitz in der Jeans, dunkle Brillen und den Dutt beim Manne, über Bemerkungen wie genau oder lecker, über den neuen Thermomix, die Tanzstunde, den Abschied vom Abschied oder jüdischen Humor - Tilman Allert gelingt es spielend und mit leichter Hand, aus den kleinen Dingen des Alltags deren gesellschaftliche Bedeutung prägnant zu destillieren. So muss Soziologie sein.
Tilman Allert Libros






In seinem erfolgreichen Buch ›Latte Macchiato. Soziologie der kleinen Dinge‹ geht Tilman Allert der Mode des Latte-Macchiato-Trinkens nach, der Verwendung von Floskeln wie »abgefahren« oder »gut aufgestellt« oder der wichtigen Frage, ob der Pudel aus dem Straßenbild verschwindet. Es sind die scheinbar unbedeutenden Phänomene des Alltags – Redewendungen, Mode-Getränke, Weihnachts- und Abiturfeiern –, deren gesellschaftliche Bedeutung der Soziologe Tilman Allert erschließt und in brillanten, leichten und luftigen Feuilletons notiert. Abseits der großen Systementwürfe gibt es hier eine neue und frische Soziologie zu entdecken, die vom kleinen Detail aufs Ganze der Gesellschaft schließt. Ein großes Lesevergnügen, das ganz nebenbei die Augen für den angeblich profanen Alltag öffnet.
Die Entwicklung literarischer Taschenbücher in der BRD seit 1950 wird hier beleuchtet, insbesondere deren Einfluss auf Bildung und Lesekultur. Mit beeindruckenden Verkaufszahlen von wissenschaftlichen Werken in den 1950er Jahren trugen sie zur Bildungsexpansion und zur Popularität der Geisteswissenschaften bei. Jörg Döring und Ute Schneider untersuchen die Leseerfahrungen von Personen, die zwischen 1927 und 1967 geboren wurden, und ergründen, welche Taschenbücher ihre Bildungskarrieren prägten sowie die Art und Weise, wie sie gelesen wurden. Das Buch vereint zahlreiche Beiträge namhafter Autoren.
Elementare Formen sozialen Lebens
- 225 páginas
- 8 horas de lectura
Die Soziologie elementarer Formen sozialen Lebens untersucht, wie menschliches Handeln durch individuelle Motive und soziale Konstellationen geprägt wird. Sie baut auf der theoretischen Tradition des Strukturalismus auf und betrachtet soziale Interaktionen als komplexe Wechselwirkungen, die über das subjektive Verständnis der Akteure hinausgehen. Die Analyse erfolgt kontextspezifisch und bezieht sich auf die Entstehung und Wirkung von Sozialität, wobei das menschliche Sprechen als zentrales Element der Bindung und Selbstverpflichtung hervorgehoben wird.
Zum Greifen nah
Von den Anfängen des Denkens
»Wer nicht hören will, muss fühlen« – so lautet das Motto schwarzer Pädagogik. Was als zynische Handlungsanweisung gedacht war, kann aber auch anders verstanden werden. Denn erst das Fühlen und Greifen mit den Händen eröffnet Menschen den eigenen Zugang zur Welt. Bereits in den ersten Lebensmonaten dient die Hand dazu, die unmittelbare Umgebung zu erkunden. Sie bewegt sich auf das Wahrgenommene zu, um es zu spüren, festzuhalten oder zu formen. Die sensomotorische Eroberung setzt den individuellen Erkenntnisprozess in Gang. Wie erfährt die Hand die Berührung mit dem Anderen, mit den Eisblumen am Fenster, den Murmeln aus Ton, den Flügeln eines Schmetterlings, der papiernen Haut der Schlange oder einem brummenden Maikäfer? Wie sucht sie Halt beim Klettern, was schmeichelt ihr, wovor schreckt sie zurück? Tilman Allert zeichnet in seinen einfühlsamen Miniaturen frühe Eindrücke des tastenden Ausgreifens in die Welt nach.
Caspar David Friedrich: Schwäne im Schilf
Ein Bild und seine Geschichte
Der deutsche Gruß: Geschichte einer unheilvollen Geste
- 156 páginas
- 6 horas de lectura
„Das Grüßen gehört zu jenen Bekundungen der Humanität, die dem Zugriff des Politischen grundsätzlich entzogen sein müssen.“ Tilmann Albert zeigt, wie der politische Gruß zum Abzeichen des Bürgerkriegs wird und ein Volk in Freund und Feind teilt. Keine Geste hat mehr Unheil angerichtet als der „deutsche Gruß“, der vom Nationalsozialismus radikal zur Nivellierung gesellschaftlicher Unterschiede eingesetzt wurde. Entlehnt vom italienischen Duce-Gruß, wurde er zum Wahrzeichen des Hitlerfaschismus und schied die Geister. Anhand des Grußes wurde erkennbar, wer zum Faschismus stand – auf der Straße, im Büro, im Freundeskreis und zu Hause. Tilman Allert beschreibt, wie der „deutsche Gruß“ erfunden und verbreitet wurde, wie Prinzen aus Märchenbüchern und Zinnfiguren den Arm reckten und Kinder im Kindergarten das „richtige“ Grüßen lernten. Zudem wird aufgezeigt, wie der Gruß verweigert und verballhornt wurde, und wie kreativ der Widerstand damit umging. Allert beleuchtet, was Menschen, denen das Armheben in Fleisch und Blut übergegangen war, anstellten, um ihre Gliedmaßen im Zaum zu halten, nachdem der Krieg verloren war.
