Am Beispiel der Novellierung der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) von 2009 wird in der vorliegenden Dissertation das Modell der Qualitätsentwicklung in der berufl ichen Bildung in Deutschland näher beleuchtet. Dabei werden einerseits das Novellierungsverfahren, die inhaltliche und strukturelle Modernisierung der AEVO von 2009 sowie deren Rezeption in Berufsbildungspolitik, -praxis und -forschung vertiefend analysiert, andererseits die systemprägenden Merkmale der neokorporatistischen Steuerung bei der inhaltlichen Gestaltung der Berufsbildung untersucht. Darüber hinaus wird in der Arbeit ein Konzept für die Entwicklung einer „berufspädagogischen Professionalität“ des betrieblichen Ausbildungspersonals vorgestellt.
Philipp Ulmer Libros




Sechs Jahre nach ihrer Aussetzung wurde die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) im Jahr 2009 wieder eingeführt. Die Folgen der Aussetzung wurden jetzt vom Bundesinstitut für Berufsbildung evaluiert. Mit dem Aussetzen der AEVO 2003 stieg die Zahl der Ausbildungsverträge deutlich an, die Qualität der Ausbildung verschlechterte sich jedoch. Daher wurde die AEVO überarbeitet und an die aktuellen Anforderungen und Rahmenbedingungen angepasst. Mit der AEVO von 2009 soll die Eignung des Ausbildungspersonals verbessert und die Ausbildungsqualität gesteigert werden. Der Band stellt die neuen Themen in der AEVO vor und blickt auf die bisherigen Verordnungen zurück. Der Sammelband ist eine Orientierungshilfe für die Berufsbildungspraxis und die Berufsbildungsforschung.
In der Debatte über Qualität in der Aus- und Weiterbildung nimmt das Berufsbildungspersonal eine Schlüsselrolle ein. Ob in Betrieben, in außerbetrieblichen Einrichtungen oder beruflichen Schulen - der Erfolg von Bildungsprozessen hängt entscheidend von Qualifikation, Kompetenz und Engagement des Ausbildungs- und Lehrpersonals ab. Veränderte Rahmenbedingungen und Herausforderungen in der Arbeitswelt stellen das Berufsbildungspersonal vor neue Aufgaben, die neue Qualifikationen erfordern. Der Band beleuchtet die unterschiedlichen Aspekte des aktuellen Qualifizierungsbedarfs und gibt dabei einen umfassenden Überblick über den Stand der Wissenschaft und offene Forschungsfragen.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in den Jahren 2006 und 2007 mit repräsentativen Umfragen bei Betrieben und Kammern die Folgen der Aussetzung evaluiert. Die Ergebnisse sind in dieser Studie zusammengefasst. Sie zeigen, dass weniger Lehrstellen geschaffen wurden als erhofft. Zugleich gibt es Anzeichen dafür, dass die Qualität der Ausbildung abgenommen hat. Die Mehrheit der Betriebe sieht in der AEVO einen Beitrag zur Sicherung einer Mindestqualifikation beim Ausbildungspersonal und damit bei der beruflichen Ausbildung insgesamt.