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Michelle Koch

    Diagonale '19
    Gewohnte Gewalt
    • Gewohnte Gewalt

      Häusliche Brutalität und heimliche Bedrohung im Spannungskino

      • 280 páginas
      • 10 horas de lectura

      Die gegenwärtige Häufung von Femiziden durch (Ex-)Beziehungspartner in Österreich verdeutlicht, dass Gewalt häufig nicht von außen, sondern im sozialen Nahbereich, insbesondere im gemeinsamen Haushalt, ausgeübt wird. Häusliche Gewalt, meist von Männern ausgehend, wird oft als normal und alltäglich hingenommen. Das Kino reflektiert diese Realität, indem es die Gewohnheit von Herrschafts- und Gewaltverhältnissen thematisiert und deren Wahrnehmung in Form von Schocks und Schrecken darstellt. Filmthriller zeigen häufig Heim, Beziehung und Familie als Schauplätze von Bedrohung durch nahe Angehörige, die männlich und sozial klassifiziert sind. Von den Gaslight-Filmen der 1940er Jahre bis zu modernen Klassikern wie Gone Girl und Parasite wird diese Spannung im Kino genutzt, um populäre Vorstellungen von Gewalt, Viktimisierung und Gegenwehr zu hinterfragen. Die etwa 50 kurzen Texte dieses Bandes erkunden die Welt der domestic thrillers in Hollywood und international. Dabei verbindet sich Filmkritik mit Sozialkritik: Welche Motive von Nahgefahr und Psychospielen erscheinen im Kontext aktueller Erfahrungen von Lockdown und steigender Beziehungsgewalt neu? Wo sind diese Filme Teil des Problems, insbesondere in Bezug auf Rassifizierungen und Geschlechter- sowie Klassenpositionen? Und was offenbart das Kino über den latenten Schrecken in Alltagsobjekten und privilegierten Lebensweisen?

      Gewohnte Gewalt
    • Die Grazer »Diagonale« versammelt als »Festival des österreichischen Films« seit 1998 einen großen Teil der Filmproduktion eines Jahres aus ganz Österreich. Der Katalog der Diagonale dient daher als repräsentatives Nachschlagewerk und einzigartige Chronik des international immer wieder beachteten österreichischen Films. Auch in der neuen Auflage des Programmbuchs finden sich Texte und Bilder zu sämtlichen Wettbewerbsfilmen der Diagonale 2019 – von Spielfilmen über Dokumentarfilme bis hin zu Experimental- und Animationsfilmen. Das Festival versteht sich als Forum für die Präsentation und Diskussion österreichischer Filmproduktionen. Newcomer bekommen dabei ebenso Aufmerksamkeit wie die etablierten Filmemacher. Einführungen zu den Spezial- und Rahmenprogrammen eröffnen darüber hinaus Perspektiven auf die österreichische Filmgeschichte. Vorangestellt widmet sich Stefan Grissemann in einem Essay markanten kulturpolitischen Entwicklungen, Trends und Tendenzen des Filmjahres 2018/19. Mit Texten von Stefan Grissemann, Sebastian Höglinger, Jana Koch, Michelle Koch, Peter Schernhuber, Alexandra Zawia u. a.

      Diagonale '19