Wenn Bilder sprechen könnten, würden sie Geschichten erzählen. Um ihrem stummen Innenleben auf die Spur zu kommen, müssen wir sie anschauen, uns in sie hineinversenken und sie auf uns wirken lassen. Genau das haben Christine Traber und Ingo Schulze in diesem Bildband getan – und ihre Eindrücke zu Bildern der klassischen Moderne in Worte gefasst. Sie bringen Figuren aus den Bildern zum Sprechen; sie lassen den Maler einen Brief an sein Modell schreiben; ein Paar aus einem Bild spricht miteinander; ein Käufer wendet sich an den Künstler. So werden den Bildern Geschichten, Gespräche und innere Monologe entlockt. Kunst und Kunstgeschichte wird lebendig. Und inspiriert zu eigenen Ideen.
Christine Traber Libros


Henkerslos
- 109 páginas
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Ein armes Kind schmort im Fleischtopf, ein Vater köpft ohne Sinn und Reue seine Söhne, ein bildschönes Mädchen verspeist ein Wolfsherz. Ingo Schulze und Christine Traber fügen vertraute Motive zu neuen Geschichten, deren Melodie sich wie von selbst zu ergänzen scheint, so sehr haben wir den Klang der Märchen seit Kindertagen verinnerlicht. Doch von nostalgischer Verklärung ist hier nichts zu spüren. Wo Märchen und Mythos ineinandergreifen, entsteht Raum für Widersprüche: Die Figuren verlieren ihre Eindeutigkeit. Was ist gut? Was ist böse? Fragen, die ebenso uralt wie gegenwärtig sind. Sebastian Meschenmoser schafft hierzu zeichnerisch Bilder, in denen das Ungeheuerliche seine Wirkung behauptet.