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Südtiroler Frauen mit unterschiedlichem Hintergrund erinnern sich an ihre Kindheit und Jugend. Zumeist gerne blicken sie zurück in ihre Vergangenheit, auch wenn diese für einige der Frauen nicht immer leicht war. Viele Schicksale sind geprägt von harter Arbeit, die in frühester Kindheit verrichtet werden musste. Entbehrungen, Verluste, Auswanderung und Flucht prägten bei anderen die Jugend. Im Gegensatz hierzu spiegeln andere Geschichten das Alltagsleben von Südtirolerinnen wider, so wie es bis herauf in die jüngste Vergangenheit erlebt wurde. Die Autorinnen schaffen es auch diesmal, ihre Leser in teils fast schon vergessene Zeiten mitzureißen und bieten tiefe Einblicke in Südtirols gelebte Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Das Buch erzählt wahre Geschichten aus dem Leben von fünf Südtirolerinnen, beginnend in der Habsburger Monarchie um 1900 bis heute. Unter dem gemeinsamen Hintergrund von Faschismus, Krieg, Nachkriegszeit und Aufbruch in die Moderne berichten sie von ihrem Weg durch das 20. Jahrhundert, gezeichnet von schwerer Arbeit, Armut und Unterdrückung, aber auch von Momenten des Glücks, von Kraft und Stärke.
Sechs Südtirolerinnen, geboren in den 1930er und 1940er Jahren, teilen die Schatten- und Sonnenseiten ihres Lebens. Francesca, die im Alter von drei Jahren von Bozen in ein Eisacktaler Bergdorf zieht, wird von der Gemeinschaft ausgegrenzt und hat kaum Möglichkeiten zur Ausbildung. Dennoch ergreift sie die wenigen Chancen, die sich bieten. Resi wächst bei ihren Zieheltern in Prad im Vinschgau auf, wo Arbeit ihr Leben bestimmt und ihr Kind fortgegeben wird. Mit 22 Jahren verlässt sie das Dorf, um ihrem Schicksal zu entkommen. Grete, die mit sechs Jahren nach Südtirol ins Etschtal zurückkehrt, erlebt die Trennung ihrer Großfamilie und muss im Sommer auf den Höfen arbeiten, um zu überleben. Später wird sie Messnerin. Eine weitere Frau aus Bozen, geboren in den frühen 1940er Jahren, leidet unter Krieg und Armut. Trotz starkem Heimweh verwirklicht sie ihren Traum, Krankenschwester zu werden. Eine Zeitzeugin aus dem Grödental, die vor Kriegsbeginn geboren wurde, verlässt mit zehn Jahren ihre Familie, um Deutsch zu lernen und wird später Fassmalerin. Ihre Geschichte spiegelt den Aufschwung ihres Tales wider. Die letzte Erinnerung stammt von einer Pfarrhaushälterin, die als „Häuserin“ bei verschiedenen Pfarrern sowohl lustige als auch traurige und kaum vorstellbare Momente erlebt.