Lebhafte Bazare, uralte Königspaläste, prachtvolle Gärten - seit der Öffnung des Iran fasziniert das Land immer mehr Reisende mit seiner sagenhaften Kultur, der schillernden Geschichte und der grenzenlosen Gastfreundschaft. Die Halbiranerin Bita Schafi-Neya kennt die aufregende Millionenmetropole Teheran, das poetische Shiraz, das weltoffene Isfahan; hat Salz- und Sandwüsten durchquert, religiöse Zentren und einsame Bergdörfer besucht. Sie weiß, wie oft man sich bitten lassen muss, bis man eine Einladung annimmt, wie in Iran geflirtet wird und wo man am besten Skifahren kann. Charmant führt sie durch das Land, erzählt von der iranischen Revolution, dem Leben mit Verboten und den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Bita Schafi Neya Libros



Freiheit unterm Schleier
Frauen im Iran
Das Bild über Frauenrechte im Iran ist oft durch die Schleierpflicht geprägt, und viele Vorurteile über muslimische Frauen existieren. Ist das Kopftuch tatsächlich ein Zeichen der Unterdrückung? Erlaubt der Koran Männern, über ihre Ehefrauen zu bestimmen? Wie steht es um die Frauenrechte in muslimischen Ländern und gibt es gravierende Unterschiede von Land zu Land? Strenge Islamkritiker nennen nur drei Länder, in denen Frauenrechte erkennbar sind: Türkei, Ägypten und Iran. Entgegen der vorherrschenden Sichtweise in Europa zeigt sich, dass Frauen im Iran auf den Straßen der großen Städte geachtet werden. Iran bietet Frauen-Taxis an, die ausschließlich von und für weibliche Fahrgäste sind. Westliche Beobachter sind oft erstaunt über das Selbstbewusstsein iranischer Frauen und die Unterschiede zu anderen islamischen Staaten. Ihre Leistungen gewinnen zunehmend an Bedeutung, auch in der Politik, wie die Wahl von Marzieh Vahid Dastjerdi zur ersten weiblichen Ministerin im Kabinett von Mahmoud Ahmadinejad zeigt. Zwei Drittel der Studierenden sind Frauen, die auch ein Drittel aller akademischen Doktorgrade innehaben. Die anfängliche Rolle der Frauen in der Islamisierung schränkte zwar ihre Rechte ein, schloss sie jedoch nicht aus der Gesellschaft aus. Bita Schafi-Neya führt in diesem Buch zahlreiche Interviews, die zu interessanten und oft überraschenden Einsichten über das Leben und Arbeiten von Frauen im heutigen Iran führen.
Ein Land mit Repressionen, hoher Arbeitslosigkeit und Kontrollen durch Sittenwächter einerseits, erwachender Lebenslust und einem relativ gut funktionierenden Alltag andererseits. Mindestens einmal im Jahr fährt Bita Schafi-Neya in ihre "zweite Heimat". Sie besitzt sowohl die deutsche als auch die iranische Staatsbürgerschaft und hat im vergangenen Jahr vier Monate im Iran verbracht. Während ihrer Aufenthalte hat sie sich ein Bild vom heutigen Iran gemacht. Selten wird in den Medien positiv über den Iran berichtet: Es geht um Begriffe wie Atomkonflikt, totalitäres Regime, fundamentalistischer Mullahstaat, Israelkonflikt. In ihrem Buch macht die Autorin deutlich, dass Iran anders ist: Sie ist zwischen beiden Kulturen aufgewachsen und erzählt von der Gastfreundschaft der Iraner, von Persisch Neujahr und Haft-Sin,von Tarouf - iranischen Höflichkeitsfloskeln - und von ihren Touren durch glitzernde Salzwüsten und blühende Gärten. Und sie gewährt uns Einblicke in das Privatleben junger Iraner. Sie war zu Gast auf einer illegalen Geburtstagsparty und hat einen der größten Schönheitssalons von Teheran besucht. Während die Mullahs versuchen, das Land zu regieren, nehmen die Jugendlichen sich ihre Freiheit. Sie surfen im Internet, verliebte Pärchen schlendern Hand in Hand durch die Parks und die Frauen sind - trotz Kopftuchzwang - selbstbewusster denn je. Auch auf die jüngere Geschichte des Irans, den Kurs des neuen Präsidenten Rohani, die Einigung in der Atompolitik und die aktuellen Terroranschläge wirft diese Reportage ein neues Licht.