Kooperative Standards bezeichnen gestalterische, programmatische und räumliche Elemente, die aus Erfahrungswissen und geteilter Verantwortung entstehen. Sie bieten Antworten auf spezifische Probleme und Bedürfnisse und weichen von allgemeinen Regeln ab, um in ihrem Umfeld besondere Qualitäten und Beziehungen zu schaffen. Beispiele sind eine Betondecke, die einen Barbetrieb während Bauarbeiten ermöglicht, sowie Gerüste, Wintergärten, Balkone und Laubengänge, die Wohnräume erweitern und mit der Nachbarschaft verbinden. Die Hefte 1-7 thematisieren kooperative Standards auf verschiedenen Planungsebenen. Die Projekte von Assemble, Inken Baller, common room, Jesko Fezer, Gabu Heindl, Lacaton & Vassal und NL Architects verdeutlichen, dass besondere räumliche Qualitäten und Programme sowie Schönheit und Luxus vor allem dann realisiert werden, wenn die Bewohner auch aktiv handeln – sei es durch Mitbestimmung in der Planung oder durch eigenverantwortliche Nutzung. Die Herausgeber*innen Marieke Behne, Christoph Heinemann und Justus Griesenberg haben diese Reihe im Rahmen ihrer Arbeit an der HafenCity Universität Hamburg (2017-2022) entwickelt, wo sie sich mit situativen und relationalen Aspekten im urbanen Raum beschäftigt haben.
Marieke Behne Libros
