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Steffen Klävers

    Decolonizing Auschwitz? 10746
    Decolonizing Auschwitz?
    • Decolonizing Auschwitz?

      Komparativ-postkoloniale Ansätze in der Holocaustforschung

      • 257 páginas
      • 9 horas de lectura

      Die Holocaustforschung ist in den vergangenen Jahren um Forschungsansätze ergänzt worden, die als komparativ-postkolonial beschrieben werden können. Sie untersuchen die Geschichte von Nationalsozialismus und Holocaust aus der Perspektive einer postkolonialtheoretisch geschulten vergleichenden Genozidforschung. Eine grundlegende Überzeugung dieser Ansätze ist, dass der Nationalsozialismus nur adäquat verstanden werden kann, wenn man ihn in Bezug zur europäischen, speziell deutschen, Kolonialgeschichte setzt. Dabei würden sich strukturelle und ideologische Parallelen und Gemeinsamkeiten aufzeigen, die die Forschung bisher ignoriert habe. Steffen Klävers untersucht in seiner Studie, welches heuristische Potential solcherlei Zugänge für die NS- und Holocaustforschung besitzen. Dabei geht er einerseits auf historische, aber auch erinnerungskulturelle und modernitätstheoretische Ansätze ein. Er rekonstruiert die Argumentationstechniken dieser Ansätze kritisch und problematisiert Punkte, an denen sie mit zentralen Erkenntnissen der NS- und Holocaustforschung brechen.

      Decolonizing Auschwitz?
      3,9
    • Decolonizing Auschwitz? 10746

      Komparativ-postkoloniale Ansätze in der Holocaustforschung

      Ob und auf welche Weise die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen, allen voran der Holocaust und der Vernichtungskrieg im Osten, in eine Beziehung zu kolonialen Genoziden und Gewalttaten gesetzt werden können oder sollten, ist in der Geschichtswissenschaft umstritten. Der Antisemitismusforscher Steffen Klävers rekonstruiert verschiedene Ansätze der Holocaustforschung, mit denen - einer postkolonialen Perspektive folgend - in den vergangenen Jahren postuliert wurde, eine vergleichende Bezugnahme auf koloniale Gewaltverbrechen könne zu einem besseren Verständnis der Shoa beitragen. In der Tat ließen sich, so Klävers, auf diese Weise einige Kontinuitäten etwa zwischen kolonialrassistischer und antisemitischer Ideologie und den mit ihnen verbundenen (Gewalt-)Praktiken ausmachen. Allerdings scheiterten solche Ansätze daran, die Differenz zwischen beiden in den Fokus zu nehmen. So sei der Antisemitismus der Nationalsozialisten wesentlich mit der wahnhaften Vorstellung verbunden gewesen, die Vernichtung der Jüdinnen und Juden würde zu einer Erlösung der deutschen „Volksgemeinschaft“ führen. Nur wenn solche Zusammenhänge in den Blick gelangen, könne man verstehen, was den Holocaust von anderen Gewaltverbrechen der Moderne unterscheidet und ihn dadurch singulär macht.

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