Überlieferungen und Rollenzuschreibungen haben bis heute die Überzeugung gefestigt, dass Frauen in Gesellschaft, Politik, Kunst und Kultur hinter Männern zurückstanden. Jüngste Forschungen zeigen jedoch, dass Frauen über Jahrhunderte hinweg vielfältige und aktive gesellschaftliche Rollen einnahmen, bevor sie und ihr Wirken aus dem Blick gerieten. Die französische Prähistorikerin Marylène Patou-Mathis hebt hervor, dass bereits Artefakte aus der Urzeit andere Deutungen der weiblichen Präsenz nahelegen als die tradierten, männerdominierten Lesarten. Sie verfolgt schriftliche Überlieferungen späterer Epochen, die Frauen in Wissenschaft und Kultur zeigen. Anhand zahlreicher Beispiele demonstriert sie, wie Frauen in ihren Handlungsfeldern im Namen von Recht oder Religion marginalisiert wurden, während der Mythos männlicher Dominanz über Frauen und ihre Körper unhinterfragt blieb. Auch in der Neuzeit wurden Frauen selbstverständlich Männern untergeordnet. Ihre Teilhabe an Bildung, Wissenschaft, Kultur und Politik wurde oft bis in die Gegenwart hinein verwehrt, oft unter Berufung auf weibliche Konstitution oder Schicklichkeit. Patou-Mathis argumentiert, dass das verschwiegen und ignoriert wurde, was das vielfältige Wirken von Frauen betrifft, und so ein verzerrtes Bild der Geschlechterverhältnisse perpetuiert wurde, das Frauen auf Haus und Familie reduziert. Es ist an der Zeit, dieses Bild neu zu zeichnen.
Marylène Patou-Mathis Orden de los libros (cronológico)



El hombre prehistórico es también una mujer
- 364 páginas
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No hay evidencia de que los 'artistas' de las cuevas de Lascaux fueran hombres. Tampoco hay pruebas de que solo los hombres cazaran bisontes o que el progreso técnico en la agricultura primitiva se deba únicamente a los hombres. Lo que está claro es que nuestra visión de la historia está determinada por una perspectiva masculina y patriarcal. Cuando en el siglo XIX se estudió por primera vez la prehistoria como periodo, esta visión fue desarrollada por hombres. Ellos proyectaron los estereotipos de su tiempo sobre la prehistoria. Las mujeres fueron vistas como 'procreadoras' cuya función se limitaba a la crianza de los hijos, el trabajo doméstico y la recolección de alimentos. Esa imagen comienza a cambiar gracias a nuevos descubrimientos e investigaciones arqueológicas sobre la división del trabajo. No hay evidencia de una jerarquía 'natural' entre los sexos. Patou-Mathis desmantela los prejuicios sexistas que durante mucho tiempo han determinado la imagen de las mujeres prehistóricas, arrojando así una nueva luz sobre el lugar de estas mujeres en la historia.
Wie Frauen die Geschichte prägten – und warum wir nichts davon wissen. Ein feministischer Blick auf die UrgeschichteÜber weite Strecken der Geschichte sind Frauen unsichtbar – erst recht in der Ur- und Frühgeschichte. Es sind Männer, die jagten, die Werkzeuge und Waffen erfanden, die Höhlenmalereien hinterließen und als Erfinder zivilisatorischer Errungenschaften gelten. Frauen, so das gängige Bild, hielten sich im Heim auf und damit: im Hintergrund. Marylène Patou-Mathis rückt dieses Bild gerade und zeigt: Es gibt keine Fakten, die diese Annahmen stützen. Neue archäologische Funde haben ergeben, dass prähistorische Frauen mitnichten das unterworfene Geschlecht waren, zu dem männliche Wissenschaftler der Neuzeit sie gemacht haben. Eine überfällige Analyse der weiblichen Unsichtbarkeit, die den Frauen zu ihrem rechtmäßigen Platz in der Geschichte verhilft.