Anfang Juli 1985 berichteten Tageszeitungen über ein mysteriöses Ereignis, bei dem das Fährschiff Saßnitz im Ostseegebiet zwischen Rügen und Bornholm kurzzeitig die Radarortung verlor. Unklar blieben auch die dichte Nebelwand bei Sonnenschein und die rätselhafte Wellenfront bei ruhiger See. Kaum jemand wusste, dass an dieser Stelle einst das Herzogtum Thorland existierte, das 1885 unterging, ähnlich wie die legendäre Stadt Vineta. C. U. Wiesner erzählt die fesselnde Geschichte von Thorlands Untergang und Wiederauftauchen und fügt einen reich bebilderten Originalreiseführer von 1885 bei. Dieser enthält Informationen über seltene Tiere, die nur auf dieser Insel lebten, wie das Bockschwein und den Feuerdingo. Der Eulenspiegel Verlag plante, das Werk im II. Quartal 1989 zu veröffentlichen, doch der letzte Parteitag der SED führte zu Verzögerungen, da Druckpapier knapp war. Dies könnte dem Autor zugutekommen, da er in seinem Buch auf märchenhafte Weise den Fall der Mauer vorhersagte. Als das Buch schließlich erschien, war das Interesse gering, da die Mauer bereits gefallen war und DDR-Literatur als unmodern galt. Der Verfasser hofft nun, dass sein Werk, ähnlich wie Thorland, eine Chance auf Wiederauferstehung erhält.
C. U. Wiesner Orden de los libros






- 1996
- 1986
Die drei Berliner Kinder Keks, Umbo und Tammi helfen in den Schulferien ihrem Opa, der Besitzer einer Geisterbahn im Berliner Plänterwald ist. Als sie einige Geisterbahnfiguren säubern sollen, erwachen diese plötzlich zum Leben und springen in die Spree. Hexe, Riese und Rumpelstilzchen tauchen ab und verschwinden. Obwohl sie sich in einem Kaufhaus moderne Kleidung beschaffen und nicht mehr so leicht zu erkennen sind, benehmen sich die drei Geister ziemlich eigentümlich. Aber sie finden auch immer mehr Gefallen am realen Leben …
- 1983
- 1979
- 1979
Frisör Kleinekorte
- 357 páginas
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„Nehmse Platz, Herr Jeheimrat! Was gibsn Neues aufm Bau? Wieder Nachtschicht gehabt?“ Mit diesen Worten begrüßt ein Berliner Frisör seine Stammkunden. Dreißig Jahre lang reflektierte er in der Zeitschrift Eulenspiegel und im gleichnamigen Verlag über das Leben in einem Land, das Geborgenheit und Sicherheit suchte, was seinen Bewohnern oft als Makel angedichtet wurde. 1990 wurde der Eulenspiegel Verlag von der irreführend als Treuhand bezeichneten Institution liquidiert. Bald darauf entstand ein neuer Verlag gleichen Namens, der 1994 eine Auswahl früherer Werke und neue Texte nach dem Mauerfall veröffentlichte. Dies markierte den Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte mit einer Gesamtauflage von einer halben Million Büchern. Eine Theaterfassung, „Kleinekortes Große Zeiten“, feierte 1969 am Volkstheater Rostock Premiere und lief viele Jahre erfolgreich. Auch eine Fernsehfassung wurde 1970 produziert. Der Autor selbst übernahm die Rolle des Willem Kleinekorte und trat in zahlreichen Rundfunk- und Kabarettaufführungen auf. Ein DEFA-Filmprojekt scheiterte leider an den falschen kreativen Partnern. Dennoch ist der Autor stolz auf seinen literarischen Charakter, den Frisör Kleinekorte, der im Brandenburg-Berlinischen Wörterbuch neben Figuren von Glassbrenner und Tucholsky steht. C. U. W.


