Ein Fremder namens Muto kommt nach Bosque, ein verschlafenes Nest irgendwo in Argentinien, in dem Monate zuvor ein spektakulärer Bankraub blutig endete – mit dem Tod der Räuber. Unter dem Vorwand, einen Dokumentarfilm drehen zu wollen, befragt er die Einheimischen, die beflissen um seine Gunst konkurrieren. Doch der Schein der Rechtschaffenheit trügt: Auch die Dorfbewohner spielen mit verdeckten Karten, und je länger Muto in Bosque verweilt, desto fester wird er in ihre verborgenen Verflechtungen eingesponnen. Nach dem hochgelobten Krimi Noch eine Nacht kehrt Masetto an den Ort des Verbrechens zurück und steigert meisterhaft die Spannung – bis zum überraschenden Ende. Blut und Spiele ist ein packender Thriller um Neid, Haß und Gewalt.
Susanna Mende Orden de los libros (cronológico)



Vier Männer kommen an einem glühendheißen Tag in ein stilles Dorf. Man erfährt wenig über sie, scheinbar sind es arme Teufel. Sie haben aber einen Plan: Sie wollen eine Bank ausrauben. Der Coup mißlingt, ebenso die Flucht. Das Dorf wird zur Falle, seine Bewohner formieren sich zum Mob, die Räuber werden zu Gejagten. Ein Gelähmter, der von Großwildjagden träumt, schraubt das Zielfernrohr auf sein Gewehr, eine einsame Frau versteckt einen Flüchtenden und will ihn zum Komplizen ihres verpfuschten Lebens machen, der angesehenste Bürger des Dorfes ist zugleich sein größter Verbrecher. Den Gehetzten bleiben nur wenige Stunden. Noch eine Nacht ist ein düsterer Krimi in gleißender lateinamerikanischer Sonne, eine packende, manchmal grandios komische Geschichte von Gier, Verzweiflung und menschlichen Abgründen.
Buenos Aires 1978: Vorabend des WM-Finalspiels zwischen Holland und Argentinien. Pablo, ein Journalist, wird von seiner Freundin darauf aufmerksam gemacht, dass vor dem Mietshaus, in dem er wohnt, ein paar Typen seien. Diese Typen, die stundenlang in einem Auto sitzen und irgendetwas observieren, sind im Argentinien der Militärdiktatur eine Bedrohung der besonderen Art. Doch Pablo bringt das zunächst nicht mit seiner Person in Verbindung. Erst allmählich kommt Alarmstimmung in ihm auf. Er registriert bei seinen Gängen durch die Stadt, was nicht ins alltägliche Bild passt. Satz für Satz verwandelt sich Buenos Aires in einen Ort der Bedrohung. Wir sehen, was die wachsende Angst in ihm anrichtet – und in seiner Umgebung, wie seine Freunde auf Distanz gehen … Parallel zu seiner Angst und seiner Einsamkeit wächst die Begeisterung der Fußballfans. Argentinien wird Weltmeister. Der Höhepunkt von Pablos Horror fällt zusammen mit dem Höhepunkt der Siegeseuphorie, welche die ganze Stadt erfasst. Mit sparsamsten sprachlichen Mitteln, kurzen Beschreibungen, schnellen Dialogen heftet sich der Autor an die Fersen seines Protagonisten. Er erklärt nichts, deutet nichts. Pablo wird zur Projektionsfläche, auf der sich die Auswirkungen der Gewaltherrschaft abbilden.