Der gestohlene Mond
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Wahl erinnerte Wau oft an seine Bürgerlichkeit, doch Wau ließ in seinen Antworten die Frage nach dieser stets offen. Beide wollten unauffällig bleiben, ohne dass jemand an etwas Bestimmtes dachte. An einem frostigen Abend schlüpfte Wau in einen warmen, gut gefütterten Mantel und lächelte seinem Spiegelbild zu, zufrieden mit seinem bürgerlichen Look. Er trat auf die Straße, wo viele Beamte und Würdenträger lebten. Die Straße war kahl und normal, und Wau fühlte, dass die Kälte des Abends besonders unangenehm war. In seinem behaglichen Mantel wippte er mit den Achseln, steckte die Hände in die Taschen und zog die Schultern hoch. Die Straße führte weiter, endete aber als Lindenallee, wo eine Katze vor Hunden geflüchtet war und sich in den Ästen eines Baumes verklettert hatte. Die Hunde waren verschwunden, und die Katze saß nun im Frost, unfähig, abzusteigen. Ihre Not erregte das Interesse anderer Katzen, die aus dunklen Ecken hervorkamen und mit feurigen Augen auf das Unglück der einen schauten. Wau beobachtete die Szene und erkannte, dass die Katze in ihrer misslichen Lage keinen Ausweg hatte. Da er jedoch zu einem geselligen Abend beim Bürgermeister erwartet wurde, setzte er seinen Weg fort.
