Das Werk versucht, System und Literatur zu vereinigen. Es ist kein herkömmliches philosophisches, sondern ein völlig offenes, transparentes System, versucht durch Wiederaufnahme gleicher Texte in einem neuen Kontext eine Art mystischer Gegenwärtigkeit zu schaffen. Das Konstruktive wird freilich nicht sofort deutlich; zunächst wird einfach Stoff angesammelt, werden Sätze eingeführt, die noch auf nichts hinauswollen. Die immer wiederkehrenden Eingangssätze repräsentieren die Höhe der Konstruktion; auf sie läuft alles zu und von ihnen entfernt sich alles wieder. Der Autor nennt sie die Sätze der reinen Addition. Später, an einer fast beliebigen Stelle, wird ein Ich eingeführt, das das Prinzip der Disponibilität, der Spielbereitschaft repräsentiert. Es ist das Ich der Konstruktion, stellt sozusagen deren „Psychologie“ dar, wenn man von einer solchen sprechen will ...
Wolfgang Streicher Orden de los libros






- 2017
- 2016
In seinem Monolog „Gang durch den Nebel“ verwandelt sich der Autor als monologisierendes Ich in mythische und andere Existenzformen wie etwa Hamlet, Don Juan, den Ewigen Juden, einen Juntachef, einen Farbigen, Monsieur Teste und andere Gestalten. Dabei wird jedoch das intellektuelle Niveau durchgehalten, ob es sich um Hamlet oder einen Farbigen handelt. Es gibt also keine stilistischen Brüche in dem Monolog, sondern ein durchaus einheitliches Ich, das die verschiedenen Existenzformen durchläuft. Daneben wird jedoch auch ohne vorgegebene Existenzform monologisiert. Der „Gang durch den Nebel“ wird zur Metapher für eine Welt, deren Sichtweite nicht mehr allzu weit reicht. Das monologisierende Ich sucht sich frei zu assoziieren, indem es sich in verschiedene Existenzformen flüchtet. Am Ende befindet es sich dann in einem hellen Spiegelsaal, der geschlossen ist, und dessen Spiegel sein Ich in unendlicher Weise schmerzhaft reflektieren. Schließlich geht es in diesem Licht zugrunde. Der Nebel ist gebrochen, aber das Ende ist nah. Das monologisierende ich schleppt seinen Körper durch den Spiegelsaal, und der Monolog klingt mit „Avanti, avanti“ aus.
- 2016
Wie man weiß, gibt es vom Geist keine Definition. Der Geist ist alles oder nichts. Aber es gibt natürlich Ausprägungen von ihm, es gibt Annäherungen an ihn, es gibt Widerstände gegen ihn. Ich will nun versuchen, den Geist mit einigen Begriffen in Beziehung zu bringen, ihn zu umkreisen, um ihn durch dieses Umkreisen einer Definition näher zu bringen. Ich nenne ihn, wie Paul Valéry, den reinen Geist. Der Geist hat Ausprägungen, aber keine Eigenschaften. Mit diesen könnte er definiert werden. Aber dies ist nun einmal nicht möglich. So stelle ich ihn einmal dem Erbarmen, der Utopie und anderen Begriffen gegenüber. Die Frage nach dem Ich, das diese Gegenüberstellungen herbeiführt, bleibt offen. Aber ich unterdrücke mein Ich, soweit es mir möglich ist. Die Frage, ob sich der Geist inkarnieren lässt, bleibt gleichfalls offen. Aber er muss auf jeden Fall ein Organ bekommen, mit dem er sprechen kann. Nur so kann er einen Monolog halten, in dem er mit der Menschheit abrechnet. Er erkennt plötzlich, im Augenblick seines höchsten Ruhms, dass sich dieser Ruhm vom Ruhm der Massenmedien kaum mehr unterscheidet. Und so dankt er ab mit den Worten: “Der Geist hat seine Schuldigkeit getan, der Geist kann gehen.”
- 2013
- 2012
Energy for sustainable development III: Energy savings-economics and links to other policies
- 94 páginas
- 4 horas de lectura
- 2008
In dem Gedichtband “Nerventheater” geht der Autor von Motiven, seien es Wortmotive, seien es Satzmotive aus, die er im Verlauf des Gedichts durchführt. Es ist etwas Musikalisches in diesen Durchführungen. Der Wort- oder Satzleib verbraucht sich in diesen Durchführungen, wird gleichsam abgetragen. Die Motive des Autors sind vielfältig. Es sind Motive aus der Musik, Motive der Mythologie, Motive des alltäglichen Lebens, Motive, die die Psychosomatik des Autors betreffen, wie etwa das Gedicht “Nerventheater”, das dem ganzen Gedichtband seinen Namen gibt. Die Gedichte setzen kein spezielles Wissen zu ihrer Erschließung voraus: jedes Gedicht erschließt sich in seiner Durchführung. Die Gedichte sind rein, ihre Entwicklungslinie ist rein und schweift nicht ab. Vielleicht sind die Gedichte alternativ, der Autor schüttelt aber eher den Kopf; lässt die Gedichte sprechen, wie es diesen gebührt.
- 2007
This book explores the historical significance of renewable energies, which were once the primary energy source before the industrial revolution shifted focus to fossil fuels like coal, oil, and natural gas. It discusses the decline of renewable energy's role in overall energy generation, highlighting its current secondary status.
- 2006
Die Erzählungen, die den Titel “Der Schrei” tragen, haben oft, nicht immer, etwas Surreales, das an Kafka erinnert. So etwa schon die Erzählung “Der Schrei”. Der Erzähler hört plötzlich einen lauten Schrei, den Schrei einer Frau, die es zu erretten gilt. Die Reisen, die er unternimmt, um zu diesem Schrei vorzudringen, haben dieses Surreale. Oder etwa die Geschichte mit dem Titel “Werbung”. Der Erzähler hat zehn Minuten Zeit, um um eine Frau zu werben. Auch hier läuft Werbung surreal ab. Die Uhr bleibt stehen, warum, bleibt ungefragt. Aber er hat nun unendlich viel Zeit, um seine Werbung auszudrücken. Auch die Geschichte “Der Umzug des Mystikers” ist surreal. Das Ich des monologisierenden Mystikers glaubt, Gott nur dadurch gerecht zu werden, dass er seine Wohnung auflöst, alle Möbel und Gegenstände, die ihn von Gott ablenken, abtransportieren lässt, um in einer neuen, ganz einfachen Wohnung Gott, von dem ihn nun nichts mehr ablenkt, zu empfangen.