Ein Prätendent aus dem 16. Jahrhundert. Eine 1572 erloschene Linie desselben Hauses, dessen jüngere Linie den Namen Reuß führt, hatte beträchtliche Besitzungen im Voigt- und Pleißnerlande und war auch im Burggrafentum Meißen ansässig. Diese Besitztümer gingen jedoch unter den Händeln der sächsischen Fürsten und böhmischen Könige verloren. Einer der letzten Vertreter dieser Linie war Heinrich IV., der 1520 starb. Er war seit 1506 in zweiter Ehe mit Barbara, einer Tochter des Fürsten Waldemar zu Anhalt, verheiratet. Der Name seiner ersten Gemahlin ist unbekannt, doch ihre Existenz wird durch Urkunden belegt. Zwischen den Ehen hatte Heinrich mit Margareta Pigkler einen Sohn, ebenfalls Heinrich genannt, der um 1500 geboren wurde. Er wuchs als einziges Kind des Vaters auf und wurde wie ein ehelicher Sohn behandelt, ohne zu wissen, dass dies nicht der Fall war. Da die Ehe mit Barbara zunächst unfruchtbar war, gab sie den jungen Heinrich in Briefen an ihre Verwandten als ihren eigenen Sohn aus. Diese Täuschung führte zu erheblichen Schwierigkeiten für sie und das unglückliche Opfer, den jungen Heinrich. Barbaras Bruder, Fürst Wolfgang zu Anhalt, nahm ihn eine Zeit lang bei sich, bevor er zur weiteren Erziehung an Graf Wilhelm zu Henneberg übergeben wurde, und ihm wurde die Herrschaft Spremberg zugeteilt.
Friedrich von Bülau Libros
