Tomás González Orden de los libros
La obra literaria de Tomás González se centra y se inspira principalmente en Colombia. Su escritura, que comenzó en los años setenta tras estudiar filosofía, se caracteriza por un profundo compromiso con la experiencia humana. A través de sus novelas, cuentos y poesía, explora temas profundamente arraigados en la vida y la identidad colombianas. El estilo distintivo de González es conocido por su calidad íntima y reflexiva, que sumerge al lector en la vida interior de sus personajes y sus mundos.







- 2024
- 2021
Die stachelige Schönheit der Welt
Erzählungen
Kurz vor Erscheinen seines fulminanten Debütromans Am Anfang war das Meer (1983) zog der kolumbianische Schriftsteller Tomás González mit seiner Frau und seinem Sohn aus ökonomischen Gründen von Bogotá in die USA und lebte zunächst drei Jahre in Miami und dann 16 Jahre in New York. 2002 kehrte er nach Kolumbien zurück. In unserer Auswahl von 13 Erzählungen wird dieser Lebensweg in gewissem Sinn literarisch nachgezeichnet. Die ersten sechs Texte spielen in den USA, die letzten sechs in Kolumbien, dazwischen das Bindeglied einer befreienden Rückkehr. Das Spektrum von González’ Themen und literarischen Mitteln ist breit. Eine nebensächliche Zeitungsmeldung in New Orleans verwandelt der Autor in die unsterbliche Story von Carola Dicksons verrückter Ausfahrt zur Rettung der Welt. In der Geschichte des demenzkranken Don Rafael und dessen Frau Jesusita beschert er uns eine spannende Variation – die Umkehrung – des Orpheus-und-Eurydike-Motivs. In anderen Texten gibt es Szenen von Beckettscher und Tschechowscher Qualität. Peter Stamm sagte über ihn: »González schreibt einen sehr trockenen, aber zugleich unglaublich atmosphärischen Stil. Die Geschichten sind dunkel, aber es ist, als leuchteten sie von innen.«
- 2016
Als nichtsnutzige Versager betrachtet der jähzornige, misanthropische Hotelbesitzer seine fast erwachsenen Zwillingssöhne Mario und Javier. Und nachdem sie jahrelang unter ihm gelitten haben, bringen die beiden Brüder dem herrischen Vater ihrerseits lang gewachsene Ablehnung entgegen. Schließlich hat nicht zuletzt dessen schamloses Verhältnis mit einer anderen Frau, aus dem sogar ein weiteres Kind hervorgegangen ist, ihre Mutter krank gemacht – ein offenes Geheimnis in dem kleinen Küstenort. Eines Nachmittags begeben sich Vater und Söhne zum Fischen auf hohe See. Doch vor der karibischen Küste braut sich ein schweres Unwetter zusammen, die Hitze ist drückend, die Stimmung aufgeladen. Als ihr Motorboot in Seenot gerät und der Vater plötzlich über Bord geht, erkennen die Brüder eine Chance, die so verlockend wie grausam ist. In siebenundzwanzig vielstimmigen Kapiteln schildert Tomás González die schicksalsträchtigen Stunden, in denen ein fest verwurzelter Konflikt unaufhaltsam auf seinen Höhepunkt zusteuert und in denen zwei Brüder eine Entscheidung über Leben und Tod fällen müssen. Vordergründig still, erzählt González eine dramatische Geschichte von der Dimension einer griechischen Tragödie.
- 2012
La luz difícil
- 152 páginas
- 6 horas de lectura
Jacobo ha decidido morir. Un accidente de trafico lo ha dejado paraplejico y con dolores tan fuertes que le hacen la vida insoportable. David su padre se enfrenta a la mas dura de todas las pruebas: ser testigo del proceso. Mientras Jacobo viaja a un lugar de Estados Unidos donde su muerte sea posible David soporta en Nueva York las horas aferrandose a la esperanza de una inevitable pregunta: se arrepentira su hijo en el ultimo minuto? Casi veinte anos despues -con la vision desgastada y el espiritu atento- David reconstruye su vida en Nueva York sus dias de pintor prolifico el accidente de Jacobo y sobre todo los momentos de espera junto a su familia mientras su hijo se dirige al destino que ha elegido. El estupor del dolor no le impide presenciar la belleza con infinita atencion y su relato se convierte en testimonio de la vida misma tan inmensa y poderosa que incluso contiene la muerte. Esta potente y emotiva novela representa de manera lucida la narrativa de un autor que siempre se ha interesado por explorar la cercania de los opuestos mostrandonos que cuando la muerte es inminente no queda mas remedio que contar y reivindicar la vida.
- 2008
Die Teufelspferdchen
Roman
Der Protagonist dieses Romans hat keinen Namen und wird als 'der, der sich zwischen den Pflanzen verliert' bezeichnet. Bekannt aus früheren Werken von Tomás González, ist er in Horacios Geschichte ein Jugendlicher und wird als 'der, der etwas von Bäumen verstand' vorgestellt. In Am Anfang war das Meer ist er der 'Verwandte', der J. um seine Erbschaft betrügt. Der Roman schildert, wie der Protagonist eine Finca am Rand von Medellín erwirbt und bewirtschaftet. Diese Arbeit, die er und seine Frau Pilar mit eigenen Händen leisten, führt zu zunehmender Einsamkeit. Es ist ein vielschichtiger, geheimnisvoller Roman über einen Mann, der sich von der Welt abkapselt und von der Vegetation, die er selbst kultiviert, verschlungen wird. Mit der Finca schafft er sich ein Mikroparadies, das jedoch auch zur Hölle wird, da das Streben nach Schönheit und Perfektion erdrückend wirkt und er sich nicht entfliehen kann. Neben dem Protagonisten und seiner Frau werden auch Familienangehörige und zahlreiche Nebenfiguren lebendig. Insgesamt erzählt das Buch die spannende Geschichte eines persönlichen Scheiterns im Kontext des Niedergangs der kolumbianischen Gesellschaft, exemplarisch am Beispiel Medellíns.
- 2006
Die Geschichte handelt von zwei Aussteigern aus der bürgerlichen Gesellschaft Medellíns in den Jahren 1976/77. J. und seine Freundin Elena fliehen aus dem oberflächlichen Leben der Millionenstadt und suchen einen Neuanfang auf einer abgelegenen Finca an der karibischen Küste Kolumbiens. Der Roman beschreibt ihre Ankunft in einer fremden Welt, ihre Begegnungen mit der Kultur der Schwarzen und ihre Bemühungen, das heruntergekommene Landhaus in ein einträgliches Unternehmen zu verwandeln. Durch detaillierte Schilderungen zeigt der Autor, wie der Traum eines einfachen Lebens auf dem Land scheitert. Es ist ein umfassendes Scheitern: das wirtschaftliche Projekt, die Assimilation in der tropischen Welt und die Beziehung zwischen J. und Elena, die schließlich die Finca verlässt und nach Medellín zurückkehrt. Das Buch endet mit J.s Tod, was sein Schicksal mit der Unausweichlichkeit einer griechischen Tragödie verbindet. Dennoch vermittelt der Autor eine stimmige und zutiefst menschliche Geschichte. Tomás González thematisiert in seinen Romanen die beständige Wiederkehr des Lebens. Er zeigt, dass der Tod zum Leben gehört und der Mensch Teil der Natur ist. Der Historiker und Kritiker Jorge Orlando Melo bemerkte 1984, dass der Roman die Hoffnungslosigkeit klassischer Werke atmet und González den literarischen Meistern in nichts nachsteht.
