Grenze zum gestrigen Tag
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Das häusliche Glück und der Frieden hängen von ihr ab. Kinder, Partner und Tiere im Gehege erwarten es von ihr, am dringendsten jedoch sie selbst. Die Ich-Erzählerin liebt ihre Pflichten und findet Trost darin, dass ihre Sorgen die gleichen sind wie die anderer. Eine Mauer aus Aufgaben schützt sie vor Fluchtgedanken und Verzweiflung, denn das Leben im seltsamen Haus am See ist alles andere als normal. Sie übt sich im Augenverschließen: vor den Grenztürmen, Minen und Wachhunden im Garten, vor unbeantworteten Fragen an Hugo, ihrem Partner, und der unaufhaltsamen Krankheit ihrer Tochter. Doch allmählich entgleitet ihr dieses Leben. Nach Bettys Tod wird Hugos Ausbürgerung unbegreiflich. Helga Schütz gelingt es in diesem Roman, eine seltene Heiterkeit und Leichtigkeit zu vermitteln, durch die die schmerzhaften Themen umso eindringlicher zur Sprache kommen. Der Roman wird als ein wichtiges Erinnerungsbuch beschrieben, das im Jahr zehn der deutschen Einheit notwendig ist, um das Vergessen und Verwischen der Vergangenheit zu verhindern. Schütz steht in der Tradition von Schriftstellern, die den Alltag und die Elemente mit einer familiären, erdverbundenen Prosa umarmen, ohne von der Diktatur gezeichnet zu sein. Ihre Worte wirken wie späte Töne, die ankommen und bald wieder verschwinden werden.










