Helen Cerny lebt zurückgezogen in ihrem Stadthaus und widmet sich leidenschaftlich ihrem Gemüsegarten und der Komposttoilette. Plötzlich tritt die aktionistische Systemkritikerin Pia in ihr Leben und bringt Unruhe in Helens Gartenidyll. Berichte über seltsame Vorfälle erreichen sie: Nach einem Jagdunfall reicht der Waffenlobbyist Mensdorff-Pouilly Selbstanzeige ein. Sein Freund, Banker Christian Konrad, geht vorzeitig in Pension, während Shitstorms und Hackerangriffe auf Pensionsfonds deren Rolle bei Nahrungsmittelspekulationen offenbaren. In München wird ein Anschlag auf den Beleuchtungshersteller Osram verübt, und in Gorleben wird der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen am Atommülllager ausgesetzt. Helens Freundin Antonia organisiert ein Sommerfestival, das unerwartet viele Esoteriker und den Verfassungsschutz anzieht. Zudem schleicht der blonde Benno zwischen Helens Hochbeeten umher, und die Ratingagenturen bleiben nicht unberührt. Während Helen mit ihrer hundertjährigen Familiengeschichte und den aktuellen Wirtschaftsnachrichten kämpft, bleibt die Hoffnung, dass sich jemand um die Ernte kümmert. Action im Gartenidyll! Kompost versus Komplott: Helen sucht Frieden im Garten, während Pia die Weltwirtschaft reformieren will. In diesem aktuellen Roman prallen zwei moderne Weltbilder aufeinander, begleitet von einer Wiener Familiengeschichte.
Nadja Bucher Libros




Wir schreiben das Wien der Achtzigerjahre. Das Unglaubliche nimmt Gestalt an: Heimito von Doderer wird wiedergeboren. Damit nicht genug, stößt auch bald Adolf Loos dazu, ebenfalls wiedergeboren. Nicht unwesentlich dabei: Beide dürfen nun erleben, was es heißt, ein Mädchen zu sein! Heimito von Doderer wird zehn Jahre nach seinem Tod im Körper eines Mädchens namens Marie am Wiener Stadtrand wiedergeboren. Die zeitgenössische Architektur, die Gefangenschaft in einem weiblichen Körper, alles erregt Doderers Widerwillen. Doch er sieht in seiner Widergeburt auch die Chance, endlich sein Opus Magnum, den Roman No. 7/III zu beenden. Zuvor gilt es aber, Marie den Windeln zu entwöhnen, ihr Schreiben beizubringen und ihr seinen Roman zu suggerieren. Leider hapert es irgendwie mit seiner Einflussnahme auf das Kind, Marie ist renitent. Im Kindergarten schließt Marie Freundschaft mit Isa und Doderer entdeckt Adolf Loos, der in Isa wiedergeboren wurde. Während die Mädchen gemeinsam ihr Leben in der Großfeldsiedlung zu meistern suchen, klären die beiden intellektuellen Vertreter einer überlebten Welt den Sinn ihrer Existenzen. Die 80er Jahre in Stahlbetonbauten. Marie und Isa singen zwischen Waldsterben, Hungersnöten in Afrika und Tschernobyl von „Ein bisschen Frieden“ und „We are the World“. Nadja Bucher schreibt im originalen Stile Doderers eine unfassbar originelle Geschichte.
Der große Putzfrauenroman – Vorsicht: ätzend! Die Welt als Frau Rosas Wille und Vorstellung. Schwarzer Humor trifft auf Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau, auf SUV-Fahrer, CO2-Emissionen und dem unerfüllbaren Wunsch, an dem ganzen Dreck nicht beteiligt zu sein. Rosa, Anfang 40, Putzfrau mit ramponierter Vergangenheit und intaktem ökologischem Bewusstsein, reinigt Wohnungen in Wien spurenlos und ohne emotionale Beteiligung. An den urbanen Schrulligkeiten ihrer Auftraggeberinnen gleitet sie vorüber wie ihre geliebte Holzbürste am Parkett. Nichts bringt sie aus dem Rhythmus zwischen Bioladen und gegen Null gehenden sozialen Kontakten. Bis Rosa in die saubere Wohnung ihrer neuen, stets abwesenden Kundin Hatschek kommt. Aus alltäglichen Gebrauchsgegenständen und pseudobrisanten Details zimmert Rosa ein Bild von Hatschek, dem sie zunehmend verfällt. Auf der verzweifelten Suche nach einer Gleichgesinnten gerät Rosa in Rage. Bald greift sie zu anderen Mitteln als ihrem bewährten Bioessig und räumt auch sonst gehörig auf. Jedoch: Kann Rosa die wahre Hatschek wirklich ans Licht kehren? In Nadja Buchers Debütroman spielt die Wahrnehmung der Realität Pingpong. Nichts Menschliches ist diesem witzigen und klugen Roman fremd.
17 Jahre ohne Sex
Geschichten aus einem Wiener Stundenhotel