Alle hier veröffentlichten satirischen (und utopischen) Erzählungen haben eines gemeinsam: Sie wenden sich - wenn auch nicht immer sofort ersichtlich - gegen jene in aller Welt weit verbreiteten Phänomene, die man mit den Begriffen Dummheit, Leichtgläubigkeit und religiös-fundamentalistisches Denken umschreiben kann.
Rund zehn Millionen Menschen anderer Völker wurden im Deutschen Reich als Zwangsarbeiter erniedrigt, um ihre Arbeitskraft für die Kriegswirtschaft auszubeuten. In Österreich standen 1944 etwa eine Million Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen rund 1,7 Millionen „freien“ inländischen Arbeitskräften gegenüber. Eine Schilderung der NS-Zwangsarbeit muss daher in den Kontext der gesamten Schreckenszeit gestellt werden. Das Buch bietet einen historischen Überblick über die Schicksale der Zwangsarbeiter in Österreich und dokumentiert den langen Weg der Verhandlungen zwischen Regierung, Versöhnungsfonds und Partnerorganisationen, die zu symbolischen Entschädigungen für die Opfer führten. Zahlreiche persönliche Berichte ehemaliger Zwangsarbeiter verdeutlichen die menschenverachtende NS-Strategie der Zwangsarbeit. Der Autor untersucht zudem, warum die Thematik erst spät international verhandelt wurde, und beschreibt den Verlauf der Verhandlungen unter der Leitung von Maria Schaumayer sowie die Gründung und Arbeitsweise des Versöhnungsfonds. Die außergewöhnliche Leistung des Versöhnungsfonds und der beteiligten Akteure wird im internationalen Vergleich, insbesondere mit der Zwangsarbeiterentschädigung in der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland, deutlich.
Kardinal Franz König ist eine bekannte Persönlichkeit, doch wie gut kennen wir ihn wirklich? Es gibt einige Bücher über ihn, doch die Biografien sind vergriffen. Der Journalist Hubert Feichtlbauer hat 2003 ein umfassendes Werk über Königs Leben und Wirken verfasst, das weit über eine bloße Auflistung von Daten hinausgeht. In den 40 Kapiteln blitzen Theologie, Kirchen- und Naturwissenschaft auf, jedoch nie ermüdend oder belehrend.
Das Buch beginnt mit Königs Kindheit und Jugend, führt durch seine Schul- und Studienzeit in Rom, und begleitet ihn als Jugendkaplan, Wissenschaftler und Erzbischof von Wien. Es thematisiert seine ersten Schritte in der innerkirchlichen Mitbestimmung, die Versöhnung mit Gewerkschaften, das neue Verhältnis zwischen Kirche und Staat sowie die Herausforderungen durch die Fristenregelung. Zudem werden seine Bemühungen um den Abbau von Feindbildern und die Ökumene mit anderen Glaubensgemeinschaften behandelt, ebenso wie seine Rolle als Papstwähler und seine Beziehung zu Johannes Paul II.
Feichtlbauer verfolgt Königs Wirken mit Sympathie, bleibt jedoch respektvoll und kritisch. Auch erfahrene Leser werden neue Einsichten gewinnen, etwa zur Wahl von Papst Johannes Paul II. oder zur Enzyklika „Humanae Vitae“. Der Autor strebt Gerechtigkeit für alle Akteure im Kontext ihrer Zeit an. Kardinal König hat die Kirche seines Landes im 20. Jahrhundert maßgeblich geprägt – ein wahrhaft bedeutender Kardinal!
Warum heißt ein Landeshauptmann Landeshauptmann? Weil er dereinst auch das Oberkommando über die Militärpflichtigen und die Festungen des Landes führte. Auch heute ist er Krisenmanager - aber noch viel mehr als das. Er ist für das politische Klima in seinem Bundesland verantwortlich. Er verkörpert Heimat, Lebensgefühl, Zugehörigkeit, er vermittelt Selbstbewusstsein gegenüber dem Gesamtstaat und der Staatsgemeinschaft. Manche Reformer wollen den Landeshauptmann heute „einsparren“. Das wäre eine große Torheit. Der Autor findet, dass man die Unverzichtbarkeit des Landeshauptmannes an Hand des Beispiels Oberösterreich überzeugend beweisen kann. Es hat seit Wiederbegründung der Republik Österreich vier Spitzenexemplare hervorgebracht.
Österreich ist anders, als viele behaupten: kein „Naziland“, aber auch kein Musterschüler beim Aufarbeiten von Vergangenheit. Kein Treibhaus für Rechtsextremismus, aber auch kein Ausbund an Toleranz. Das Buch räumt mit extremen Stereotypen auf und schildert, warum der Nationalsozialismus in Österreich ein leichteres Spiel als anderswo hatte und wie intensiv sich das Land zeitgeschichtlichen Verpflichtungen gestellt hat. Opfer und Täter werden beleuchtet, Widerstand und Anpassung. Entnazifizierung, Kriegsverbrecherprozesse, Rückstellungen, Opferfürsorge und Wiedereingliederung ehemaliger Nazis werden beschrieben. Aber auch der geistige Neubeginn: in Schulen und Medien, in Literatur und Kunst, auf Kino- und Plakatwänden. Er war keine Lebenslüge. Was Österreich heute braucht: einen Abschied von der Unterstellung, Vergangenheit sei nie „bewältigt“ worden, und eine entschiedene Abwehrstrategie gegen Alltagsrassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Aber diese Medizin braucht ganz Europa.