Helmut Federle's investigations into image composition stand out amidst the superficiality of contemporary art, offering a grammar of visual possibilities that encourages precise observation. His series "Liegendes H" features 70 variations exploring the fundamentals of abstract painting, blending poetic subtleties with inventive techniques.
All of the sculptor David Rabinowitch's work, i.e., the flat floor sculptures he has done since the 1960s and his extensive group of drawings, is based on the concept of vision. The perception of the work ensues via the interconnection of the viewer's different standpoints with the work's formal structure and its many manifestations. The recipient apprehends, discovers and combines its formal, material and three-dimensional identities. Whereby the artist has divested his artworks of any otherness, of anything that points beyond them, particularly of subjective interiority. This makes it all the more surprising that Rabinowitch, in the years 2008 – 2010, has once again turned to painting, which he had given up in 1962 and which, instead of the known geometric elements, now bursts with vivacious drawing, rapid traces of chalk and pencil and a restlessly scoured surface. And yet the linear and planar processes remain clear-cut, straightforward and real. The built-up tension between rapidly moving fabrication and visual apprehension is resolved in the amalgamating intensity of the whole.
Malerei und realer Raum. Ausstellungskatalog zu den Ausstellungen 2012 - 2013 in Bochum, Kaiserslautern, Berlin, Würzburg und Rostock.
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Der Ausstellungskatalog dokumentiert die Ausstellungen 2012 - 2013 in Bochum, Kaiserslautern, Berlin, Würzburg und Rostock. Im Jahr 1949 durchbrach Lucio Fontana mit einem Locheisen die materielle Bildfläche, während Ellsworth Kelly in Paris sein erstes rahmenloses Bildobjekt schuf. Seit 1952 experimentierte François Morellet mit repetitiven Strukturen auf weißen Bildtafeln. Immer mehr Künstler in Europa und Amerika begannen, die Grenzen der gerahmten Bildfläche zu öffnen und den illusionären Bildraum durch den Bezug zum realen Raum zu ersetzen. Die Ausstellung "Aufbruch - Malerei und realer Raum" bietet einen Überblick über etwa 60 Werke, die den Fokus auf Künstlerinnen und Künstler legen, die seit der Mitte des 20. Jahrhunderts die Geschlossenheit des Bildes aufbrachen. Die Präsentation ist nicht nach kunsthistorischen Richtungen gegliedert, sondern zeigt verschiedene Strategien zur Öffnung des Bildes. Kontrastierende Farbenergien und konkrete Materialien brechen die Konsistenz des Bildes auf, während dynamische Formen den Eindruck der Geschlossenheit überwinden. Künstler wie François Morellet und Robert Mangold unterlaufen einheitliche Bildauffassungen, während andere, wie Leon Polk Smith und Frank Stella, selbständige Bildteile schaffen, die den Raum des Betrachters durchdringen. Diese Werke präsentieren sich selbst und transformieren die traditionelle Malerei in Bewegung und unmittelbare Erfahrung.
Die Tunisreise ist sicher eines der beliebtesten Kapitel der Kunstgeschichte. Als Paul Klee mit den Malerfreunden August Macke und Louis Moilliet im April 1914 nach Tunesien aufbricht, erwartet ihn eine Fülle von Eindrücken: Tunis, St. Germain, Hammamet, Kairouan; die Menschen, Architektur und Szenerie des Landes inspirieren die drei Künstler zu einer Vielzahl von Aquarellen und Zeichnungen. Sie lösen sich vom anekdotenhaften Orientalismus des 19. Jahrhunderts, abstrahieren ihre Motive, wandeln sie in ornamentale Formen und kristalline Strukturen. Ihre überraschenden Bildfindungen stellen einen Gipfelpunkt der frühen Moderne dar. Paul Klee geht am weitesten. Ihm wird die Farbe zum wichtigsten Gestaltungsmittel, er löst den Bildgegenstand in Farbflächen auf, das Bildgefüge wird zum Raster, das er mit Arabesken und Chiffren überzieht. Die profunde Publikation knüpft an die Tradition unserer äußerst erfolgreichen Veröffentlichung zur Tunisreise von 1982 an, einem Meilenstein der Verlagsgeschichte. (Englische Ausgabe ISBN 978-3-7757-3763-0, französische Ausgabe ISBN 978-3-7757-3761-6) Ausstellung: Zentrum Paul Klee, Bern 15.3.–22.6.2014