Die bis heute wohl wichtigste Frage zum Nationalsozialismus ist: Wie konnte aus einer gewalttätigen Splitterpartei innerhalb weniger Jahre eine verheerende Massenbewegung werden, die Adolf Hitler an die Macht brachte? Welche Faktoren gaben den Ausschlag für den Erfolg der Nazis? Gerd Krumeich macht sich ausgehend von seinen jahrzehntelangen Forschungen zum Ersten Weltkrieg und dessen Folgen noch einmal auf die Suche nach Antworten. Auf der Grundlage zeitgenössischer Quellen und der Forschungsliteratur stellt er fest: Die Bedeutung des verlorenen Ersten Weltkriegs in der Nazi-Propaganda und den Reden Hitlers ist für die Attraktivität der NSDAP und die Radikalisierung eines mörderischen Antisemitismus bisher weit unterschätzt bzw. mit dem Begriff der "Dolchstoßlegende" marginalisiert worden. Krumeich legt eine dichte und intensiv geschriebene Neuinterpretation des Verhältnisses von Hitler und den Deutschen vor. Dabei geht er über die übliche Zeitgrenze von 1933 hinaus. So entsteht eine neue Geschichte des Aufstiegs des Nationalsozialismus von seinen Anfängen bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs.
Die Niederlage im Ersten Weltkrieg, die Kriegsschuldfrage und die problematischen Friedensbedingungen des Versailler Vertrages von 1919 prägten die politische Entwicklung Deutschlands nachhaltig. Die Dolchstoßlegende wurde zu einer der wirksamsten propagandistischen Waffen gegen die Weimarer Republik. Gerd Krumeich erzählt entlang der Quellen und konsequent aus der Sicht der Zeitgenossen, wie das Trauma der Niederlage in eine Kultur des Hasses mündete. Das kontroverse Buch, das nun als überarbeitete Taschenbuchausgabe mit einem neuen Vorwort des Autors erscheint, ist längst zu einem wichtigen Beitrag in der Debatte um die Weimarer Republik geworden.
Ein junges Mädchen von bäuerlicher Herkunft hat Visionen und steht plötzlich an der Spitze eines Heeres, besiegt Engländer und Burgunder und geleitet den Dauphin zur Königssalbung in Reims. Doch wenig später wird sie gefangengenommen und nach einem Schauprozess mit nur 19 Jahren verbrannt. Gerd Krumeich vollendet seine jahrzehntelangen Forschungen zur Jungfrau von Orléans mit diesem Buch und legt eine meisterhafte Biographie vor, die für lange Zeit Bestand haben wird. Viel ist über die Jungfrau von Orléans geschrieben und gedichtet worden – und doch bietet Gerd Krumeich einen überraschend neuen Blick auf die französische Nationalheldin. Auf der Grundlage eines breiten Quellenstudiums zeigt er an ihr paradigmatisch, wie sich ein noch vormodernes «Ich» gegen mächtige Institutionen wie die Kirche behauptet und auf einer individuellen Beziehung zu Gott beharrt. In dieser Religiosität der freien Entscheidung liegt ein Schlüssel zum Verständnis der Jungfrau, ein anderer in ihrer «proto-nationalen» Überzeugung, dass die Engländer in Frankreich nichts verloren haben. Eindrucksvoll zeichnet das Buch die Stationen eines Lebens nach, das so außergewöhnlich war, dass immer wieder der Verdacht aufkam, Jeanne d’Arc sei in Wirklichkeit ein Mann gewesen – eine These, die von Krumeich überzeugend widerlegt wird..
Ein Jahr verändert Deutschland Nach vier Jahren eines blutigen Krieges kollabiert das kaiserliche Deutschland 1918 beinahe über Nacht – nahezu widerstandslos, geradezu fatalistisch. Warum? Dieses Buch lässt hautnah miterleben, wie die Zeitgenossen das dramatische letzte Jahr des Ersten Weltkriegs wahrnahmen, das mit neuen Hoffnungen auf einen militärischen Sieg begann – und mit der endgültigen Niederlage, Revolution und Bürgerkrieg endete. Tagebucheinträge und Briefe, Bilder und Dokumente machen die gegensätzlichen Haltungen und Erfahrungen in der Kriegsgesellschaft anschaulich: die Gewalt an der Front und der Hunger in der Heimat, der Zynismus der militärischen Führung und die Illusionen vieler Bürger, Veränderungswille und die Furcht vor „russischen Verhältnissen“. Eingebettet ist dieses faszinierende Panorama in Überblicke zum Verlauf und den Konsequenzen des Jahres 1918.
Die Niederlage im Ersten Weltkrieg, die Kriegsschuldfrage und die problematischen Friedensbedingungen des Versailler Vertrages von 1919 prägten die politische Entwicklung Deutschlands in den 1920er- und 1930er-Jahren nachhaltig. Die Dolchstoßlegende wurde zu einer der wirksamsten propagandistischen Waffen gegen die Weimarer Republik. Wer die Geschichte der ersten deutschen Demokratie verstehen will, muss sich ihre Gründungssituation vergegenwärtigen. Dazu gehört auch, zu erkennen, welche Fehler beim Umgang mit dem Kriegsende gemacht wurden, auch von demokratischen Kräften. Der Historiker Gerd Krumeich erzählt entlang der Quellen und konsequent aus der Sicht der Zeitgenossen, wie das Trauma der Niederlage in eine Kultur des Hasses mündete
Die Schlacht von Verdun, die vom 21. Februar bis 19. Dezember 1916 zwischen der deutschen und französischen Armee stattfand, war die längste des Ersten Weltkriegs. Auf einem Gebiet von weniger als 80 km² verloren über 300.000 Soldaten ihr Leben, während weitere 400.000 verwundet, gefangen genommen oder vermisst wurden. Diese als „Hölle von Verdun“ bezeichnete Auseinandersetzung brachte kein militärisches Ergebnis; die Frontlinie blieb unverändert. Der Kampf war geprägt von brutalem Nahkampf mit Flammenwerfern und Gas sowie einem ständigen Beschuss durch Tausende von Geschützen. Hundert Jahre später bleiben viele Fragen offen: Wie kam es zu dieser Schlacht? Warum dauerte sie fast ein Jahr? Was unterscheidet sie von anderen Großschlachten des Ersten Weltkriegs, und welche Bedeutung hat Verdun im Gedächtnis beider Nationen? Zwei renommierte Historiker aus Deutschland und Frankreich analysieren gemeinsam die Ereignisse und deren Mythisierung. Mit umfassendem Wissen und aus vergleichender Perspektive beleuchten sie die Planungen der Generalstäbe, die Durchführung durch die Offiziere und das immense Leid der Soldaten sowie die Auswirkungen auf die Heimat. Diese Betrachtung hilft zu verstehen, warum Verdun 1916 zum Symbol des Ersten Weltkriegs und der deutsch-französischen Verständigung wurde.
Gerd Krumeich, auch international ein hochangesehener Experte für den Ersten Weltkrieg, bietet mit diesem Band der Reihe "101 Fragen" eine ebenso kompetente wie handliche Einführung in das Wissen über den bis dahin größten Krieg der Menschheitsgeschichte. Wer war schuld am Ausbruch des Krieges? Was versteht man unter "Schlieffenplan"? Stimmt es, dass die Menschen vom Krieg begeistert waren? Wie viele Soldaten wurden während des Krieges mobil gemacht? Was heißt eigentlich "Weltkrieg"? War die alliierte Seeblockade völkerrechtswidrig? Was sind die "14 Punkte"? Wer waren die Dicke Bertha und der Lange Max? Was ist die "Dolchstoßlegende"? Wie haben die Kinder den Krieg erlebt? Mit welcher Nation war Gott?
Privatzeitung der rheinischen Großfamilie Trimborn 1914–1918
757 páginas
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Mit einer Einleitung von Gerd Krumeich. Das Buch ist eine Sammlung von Feldpostbriefen und sonstigen Informationen, die während des Ersten Weltkrieges von den Mitgliedern einer bürgerlich-rheinischen Großfamilie überliefert wurden. Die Kriegsnachrichten wurden in periodischen Abständen im Zirkel der Familie veröffentlicht. Urheber des Projekts war der Kölner Rechtsanwalt und führende Zentrumspolitiker Carl Trimborn, seit 1894 Vorsitzender der Rheinischen Zentrumspartei, seit 1896 Mitglied des Reichstags und des Preußischen Abgeordnetenhauses für Köln. Am 20. August 1914 schrieb er: „Hier einlaufende Briefe und Nachrichten, die für die Familie von Interesse sind, gedenke ich ganz oder auszugsweise vervielfältigen zu lassen und zur Kenntnis der Geschwister zu bringen. Ich stelle ergebenst anheim, Correspondenzen und Nachrichten an mich gelangen zu lassen, insbesondere von den im Felde stehenden Familien-Angehörigen. Die Urschriften werden zurückgesandt.“ Diese Anregung verdankt sich einerseits einem Bewusstsein für die Bedeutung des historischen Moments und andererseits einem starken Familiensinn. Carl Trimborn stammte aus einer katholischen Familie mit 15 Kindern. Er stand in regem Kontakt sowohl mit der eigenen Verwandtschaft als auch der seiner Frau Jeanne Trimborn, einer gebürtigen Belgierin aus Verviers, die 13 Geschwister hatte. Sein älterer Bruder Joseph Trimborn war Generalmajor im Garde-Korps, sein jüngster Bruder Julius Trimborn Reserveoffizier und seine jüngste Schwester Anna Waldhausen Ehefrau eines Generalleutnants der Artillerie; zudem wusste er, wie viele Neffen in den Krieg würden ziehen wollen. So war es für ihn naheliegend, der Familie eine Dokumentation ihrer Kriegserfahrungen zu empfehlen. Er selbst fuhr „mit besonderer militärischer Erlaubnis“ hinter den deutschen Truppen her nach Belgien, um sich erfolgreich für die Freilassung eines als Geisel festgehaltenen Freundes eines belgischen Schwagers einzusetzen. Kurz darauf erhielt er auf seinen Wunsch eine Funktion in der deutschen Zivilverwaltung im besetzten Belgien, der er als Leiter des Dezernats für Kirchen- und Schulangelegenheiten bis Juli 1917 in Brüssel angehörte. Im Mars dominieren die Berichte aus dem soldatischen Leben, vor allem die Feldpostbriefe von den Fronten im Westen und Osten. Hinzu kommen knappe Mitteilungen über Kriegsfreiwilligenmeldungen, Einberufungen, Ausrücken ins Feld, Quartier- und Stellungswechsel, Teilnahmen an militärischen Spezialausbildungen, Lazarett- und Genesungsheimaufenthalte, Urlaube, Dienstgradernennungen, Ordensverleihungen und Gefangenschaften, ferner drei Listen mit den Feldadressen aller Kriegsteilnehmer aus der Familie. Unter den Dokumenten finden sich jedoch auch andersartige Mitteilungen, etwa die Briefe zweier junger Frauen, die einerseits über ihre gefährliche Arbeit in einer Pulverfabrik und andererseits über die Begleitung eines Transportes erholungsbedürftiger Kinder von Köln nach Polen berichten. Zwei Briefe von Nichtdeutschen fallen auf, der eines französischen Kriegsgefangenen an seine Frau in Paris und der eines in neutrales Ausland geflüchteten baltendeutschen Adligen an eine baltische Dame in Berlin, die diesen Brief an einen zaristischen Offizier in einem deutschen Kriegsgefangenenlager weiterleitet; beide Briefe von Generalleutnant Hans Waldhausen, Inspekteur von zehn Kriegsgefangenenlagern, an den Mars weitergeleitet. Carl Trimborn steuert zu Beginn seiner Tätigkeit für die deutsche Zivilverwaltung in Brüssel zwei längere Berichte mit Eindrücken aus dem besetzten Belgien bei. Seine Frau Jeanne Trimborn-Mali stellt in einem 1915 eigens für den Mars verfassten Brief aus Brüssel die Ereignisse und Zustände in Belgien zu Kriegsbeginn aus der Perspektive der Einheimischen dar – was von einigen Lesern des Mars „ungünstig aufgenommen“ wurde. 1918 schliesst der Mars mit acht herausragenden Briefen einer jungen Rote-Kreuz-Schwester, die im Mai/Juni 1918 als Mitglied einer deutschen Kommission zur Repatriierung von deutschen Kriegsgefangenen in das revolutionäre Russland reist und von ihren Erlebnissen und Eindrücken in Moskau und in der Uralregion schreibt – Briefe, die das Reichsarchiv ins Potsdam kopiert hatte, die aber mit ihm untergingen. Obwohl die Feldpostbriefe von den verschiedenen Kriegsteilnehmern aus unterschiedlichen Offiziersperspektiven, zu zufälligen Zeiten und von zufälligen Orten geschrieben wurden, spiegeln sie in ihrer Gesamtheit die Geschichte des Ersten Weltkriegs. Die Kriegsbegeisterung von August 1914, die Franktireurhysterie, die Munitionskrise, die großen Schlachten im Artois, in Flandern, in der Champagne und bei Verdun, die wirtschaftliche Ausbeutung des eroberten Landes, der Einsatz von Gasgranaten, das Auftauchen der ersten Tanks, die Entwicklung des Luftkriegs, das Rückzugsunternehmen Alberich, die Michael-Offensive, die Preissteigerungen für Lebensmittel, das Schicksal der Kriegsgefangenen im Westen und Osten – das alles erscheint auch in den Mars-Berichten.
Frankreich im späten Mittelalter: Ein 19jähriges Mädchen aus dem einfachen Volk hat Visionen und erhält von seinen «Stimmen» den Auftrag, dem König zur Krönung zu verhelfen und Frankreich von der englischen Herrschaft zu befreien. Sie findet bei den Mächtigen Gehör und befreit am 8. Mai 1429 mit einem Heer die Stadt Orleans. Wenig später kann der König in Reims gekrönt werden. Nachdem sie bei dem Versuch scheitert, Paris einzunehmen, wird sie im Kampf gefangen genommen und in einem Inquisitionsprozess zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt (30.5.1431). 1450 wird der Prozess neu aufgerollt und die Jungfrau rehabilitiert. Ihre Geschichte ist ein nationaler Mythos der Franzosen und durch die Jahrhunderte immer wieder ein Stoff der Weltliteratur geworden.