Die Kulturlandschaft der adligen Güter in Schleswig-Holstein charakterisiert das ebenmäßig gewellte, eiszeitlich geprägte Hügelland seit Jahrhunderten nicht nur durch ihre einzigartige Architektur, sondern auch durch eine besondere Topographie aus Gärten, Parks, Alleen, Auen, Gehölzen und Seen. Die vorliegenden beiden Bände zu den Gutshöfen und Herrenhäusern der betreffenden Region bieten erstmals eine umfassende Gesamtdarstellung des Themas innerhalb der heutigen Landesgrenzen. Eine ausführliche Einleitung gibt zunächst einen Überblick über die bis in das Mittelalter zurückreichende Entstehung der Gutslandschaft Schleswig-Holsteins. Anschließend werden alle Anlagen in alphabetischer Reihenfolge anhand ihrer historischen Entwicklung mit ihrem Bestand an Gebäuden und Grünanlagen detailliert vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf den jeweils erhaltenen Herrenhäusern und ihrer Ausstattung liegt. Berücksichtigt werden aber auch einzelne Güter, die inzwischen längst verschwunden sind. Lagepläne charakteristischer Gutsanlagen und Grundrisse der bedeutendsten Herrenhäuser sowie gut 1000 attraktive Farbabbildungen runden die gelungene Darstellung ab.
Deert Lafrenz Orden de los libros


- 2023
- 2021
Schlösser in Schleswig-Holstein
- 440 páginas
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In Schleswig-Holstein sind nur wenige Schlösser im allgemeinen Bewusstsein präsent: Glücksburg, Gottorf, Plön und Eutin, die oft eher als Museen denn als einstige Regierungssitze wahrgenommen werden. Eutin war zudem die Residenz eines Fürstbischofs, was inmitten des protestantischen Landes oft vergessen wird. Auch Husum und Reinbek fallen einem ein, verbunden mit Krabbenbrötchen und dem Rowohlt-Verlag. Doch die Geschichte dieses kleinen Grenzlandes zwischen zwei Großreichen ist weitaus komplexer. Seit dem Mittelalter bestanden enge familiäre Verbindungen zwischen den schleswiger Herzögen und dem dänischen Königshaus, begleitet von ständigen Abspaltungsbestrebungen, die zu wechselnden Machtzentren und Residenzbauten führten. Unkluge Erbregelungen führten zu immer kleineren Duodezfürstentümern, die sich durch überdimensionierte Schlossbauten definierten. Als das absolutistische Königreich Dänemark im späten 18. Jahrhundert letztendlich obsiegte, hatten viele dieser Bauwerke nur eine kurze Lebensdauer, um die königliche Kasse nicht mit kostenintensiven, leerstehenden und verfallenden Großbauten zu belasten. Der Autor bietet in diesem Buch einen umfassenden Überblick über die landesherrlichen Bauten, trotz der oft dürftigen Quellenlage und der unklaren mittelalterlichen Anfänge.