In den Geschichten von Leo Perutz (1882 - 1957) kommt die geschliffene Beobachtungsgabe der menschlichen Psyche zur Geltung, wie sie nur ein Versicherungsmathematiker beherrschen kann. Perutz` phantastische, Krimi-ähnliche, historische Erzählungen müssen mehr gelesen werden. Deswegen halten Sie auch diesen Band „des großen magischen Realisten der deutschen Literatur“, wie ihn Daniel Kehlmann nennt, in den Händen.
Opernsängerin Lydia van Loo flieht vor ihrem eifersüchtigen Mann, einem russischen Fürsten. Trotz ihrer Flucht setzt er alles daran, sie zurückzugewinnen. Lydia sucht Zuflucht bei dem wohlhabenden Tabakhändler Dschahid, was zu einer spannenden Konfrontation führt.
In diesem Band sind kleine Erzählungen, unvollendete Romane und Reise- sowie Literaturfeuilletons von Perutz versammelt. Im Mittelpunkt steht das Romanfragment "Mainacht in Wien", das 1938 entstand und die Flucht des jüdischen Journalisten Dr. Georg Schwarz vor der deutschen Besatzung erzählt.
Mailand an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert: Leonardo da Vinci möchte im Refektorium des Klosters Santa Maria delle Grazie endlich sein "Abendmahl" vollenden - doch ihm fehlt das Modell für den Kopf des Judas. Und er macht sich auf die Suche nach dem "allerschlechtesten Menschen in ganz Mailand". Leonardo findet ihn schließlich in dem böhmischen Kaufmann Joachim Behaim, der - wie Judas - fähig ist, aus Stolz das zu verraten, was ihm auf Erden das Liebste ist.
It could have been a common street accident that put Dr. Georg Amberg in the hospital, but for the five weeks his doctors say he has been in a coma, recovering from a brain hemorrhage after being run down by a car, he has memories of a more disturbing nature. What of the violent events in the rural village of Morwede? The old woman threatening the priest with a breadknife, angry peasants with flails and cudgels, Baron von Malchin with a pistol defending his dreams for the Holy Roman Empire—how could Dr. Amberg ignore these? And what of the secret experiment to make a mind-altering drug from a white mildew occurring on wheat—a mildew called Saint Peter’s Snow. In this feverish tale of a man caught in the balance between two realities, Leo Pertuz offers a mystery of identity and a fable of faith and political fervor, banned by the Nazis when it was first published in 1933. Saint Peter’s Snow is typical of Perutz’s storytelling mastery: extraordinarily rich and elegant fiction that is taut with suspense, full of Old World irony and humor.
Eine groteske Verfolgungsjagd, die einen ehemaligen Offizier kurz nach dem 1. Weltkrieg quer durch Europa führt. »Das Wort ›Genie‹ hat längst durch Missbrauch an Wert und Sinn verloren, sonst hätte ich das Buch als ›einfach genial‹ bezeichnet.« (Ian Fleming, Schöpfer von James Bond, in einem Brief 1931 an Leo Perutz) Wien 1918/19. Der einstige Offizier Georg Vittorin kann die Demütigung nicht vergessen, die er als Kriegsgefangener von dem russischen Lagerkommandanten Seljukow erdulden musste, und beschließt, als Rächer nach Russland zurückzukehren. Eine dramatische Verfolgungsjagd beginnt, die ihn durch die Sowjetunion, nach Konstantinopel, Mailand, Paris und weiter treibt, bis es schließlich zu dem erhofften »Duell ohne Zeugen« kommt. Drei Millionen Leser verfolgten den Erstabdruck dieses Romans, der 1928 in der größten Illustrierten des Kontinents, der ›Berliner Illustrirten Zeitung‹, in Fortsetzungen erschien. ›Wohin rollst du, Äpfelchen …‹ wurde von den Lesern verschlungen, der Titel wurde Ende der zwanziger Jahre zu einem Schlagwort, in dem die Ungewissheit und Zukunftsangst der Menschen ihren Ausdruck fand.
Diese Sammlung von Kurzgeschichten enthält: Herr, erbarme dich meiner! Dienstag, 12. Oktober 1916 Die Geburt des Antichrist Der Mond lacht Das Gasthaus zur Kartätsche Nur ein Druck auf den Knopf Der Tag ohne Abend Gespräch mit einem Soldaten Pour avoir bien servi
Der Teufel ist mit im Spiel, als den König Montezuma eine verzauberte Kugel trifft. Die zweite Kugel tötet die schöne Indianerin Dalil, und die dritte erwischt den Mann, der lange vor Cortez mit einem Trupp Soldaten nach Mexiko gekommen ist: den Wildgrafen am Rhein. Auf unnachahmliche Weise schildert Leo Perutz in diesem Roman den Kampf um das Aztekenreich und das Schicksal des Grafen, der inmitten all der Greuel das Gedächtnis verliert. Ein Zaubertrank bringt ihm die Erinnerung an ein Leben zurück, das so wirr und unberechenbar wie ein Würfelspiel verlief.
This collection of short stories set in 16th-century Prague revolves around Rudolf II, king of Bohemia and emperor of the Holy Roman Empire, known for his love of the arts. The narrative features Rabbi Loew, the wealthy Mordejai Meisl, and his wife Esther, who serve as connections between the court and the ghetto. The stories are presented through the eyes of Jacob Meisl, a mysterious medical student intent on demonstrating that "history school professors and history book writers don't know nor understand anything." He argues that historical accounts often overlook the human and magical aspects of existence, suggesting that true literature can often be more real than history itself. First published in 1953, shortly before the author's death, this work is widely regarded as Leo Perutz's masterpiece. He is celebrated as one of the great narrators of the 20th century, admired by diverse writers such as Graham Greene, Ian Fleming, and Jorge Luis Borges, and recognized as one of the finest historical novels in universal literature.
Spanienfeldzug, Winter 1812: In der andalusischen Bergstadt La Bisbal werden die Napoleon unterstützenden Regimenter „Nassau“ und „Erbprinz von Hessen“ durch spanische Guerillas vernichtet. Einzig der Leutnant von Jochberg überlebt das Massaker, seine Memoiren halten die geheimnisvollen Umstände bis zu ihrem tödlichen Ausgang fest. Leo Perutz erzählt in diesem unheimlichen und zugleich unnachahmlichen Roman, wie die deutschen Offiziere sehenden Auges und kraft der Phantasie des wandlungsfähigen Marques de Bolibar, Kopf des spanischen Widerstands, ihren eigenen Untergang herbeiführen.
Dans l'Europe orientale au début du XVIIIe siècle, aux confins de la Prusse et de la Pologne, le jeune roi Charles XII de Suède rêve de se tailler un empire qui irait de la Baltique à la mer Noire... et y réussit presque. Un jeune officier de ses troupes, déserteur et pourchassé, prend la place d'un voleur de grand chemin pour échapper à la potence - lequel voleur prend sa place dans la vie. Et c'est l'histoire de ce dernier qui nous est contée : poursuite endiablée d'un bonheur qui toujours échappe, jusqu'à la chute finale, attendue et d'autant mieux pathétique, où la Mort reprend ironiquement ses droits.
Wien, kurz vor dem ersten Weltkrieg: Eine Serie von Selbstmorden erschüttert die Wiener Gesellschaft, die ebenso Morde sein könnten. Doch weder im Fall des jungen Offiziers, der seinerseits dem Selbstmord seines Bruders nachgeht, noch im Fall des alternden Hofschauspielers, der am Unglückstag, ohne es zu wissen, ein Vermögen verlor, finden sich auch nur das geringste Motiv oder die winzigste Spur des Täters- Der Einbruch des Irrationalen in eine scheinbar wohlgeordnete Welt, der so viele Romane von Leo Perutz kennzeichnet, ist hier bis zum Alptraumhaften gesteigert.
»Wer Perutz ausgelassen hat, hat viel versäumt und sollte das schleunigst nachholen.« Die Zeit
Der mittellose Student Stanislaw Demba befindet sich auf der Flucht vor der Polizei, weil er versucht hat, einen aus der Bibliothek entwendeten Prachtband zu Geld zu machen. Sein Problem: Er ist entkommen, nachdem man ihm bereits Handschellen angelegt hatte. Im Laufe eines Tages - zwischen neun und neun - begegnet er auf seiner Odyssee durch das Wien der k. u. k. Monarchie behäbigen Kleinbürgern, versponnenen Gelehrten, kleinen Angestellten, gerissenen Händlern und Hehlern, Spielern und verlorenen Existenzen, die in Bars und Kaffeehäusern ihr Dasein fristen. Stunde um Stunde wird ihm die Welt, in der er sich bewegt, zusehends zu einem Labyrinth des Schreckens, zu einer unheimlichen und zugleich grotesk-komischen Alptraumlandschaft.
Ein irrwitziger Schelmenroman aus dem Wien der k. u. k. Monarchie: Ein präzise aufgebauter Plot voller verblüffender Effekte, der gekonnt mit der Realität jongliert und eindringlich die Frage nach der (inneren) Freiheit aufwirft - der »größte Erfolg der unmittelbaren Nachkriegszeit...« (Egon Erwin Kisch).