Arbeit als Machtinstrument
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Kaiserin von Brasilien – Naturforscherin – Ikone der Unabhängigkeit
Tropische Pflanzen und selbst eine Sambaschule sind nach ihr benannt: Leopoldine von Habsburg, Aufklärerin in neoabsolutistischen Zeiten, gilt als eine der bedeutendsten und einflussreichsten Frauen des Landes. Sie war leidenschaftliche Naturforscherin, setzte sich gegen Sklaverei und Armut ein und stellte das Hofzeremoniell ordentlich auf den Kopf. Leopoldine war ihrem Mann Dom Pedro intellektuell weit überlegen – trotzdem ist ihre Biografie auch eine Geschichte der Unterdrückung und Gewalt durch einen machistischen Monarchen, der mit ihren vielfältigen Fähigkeiten nicht zurechtkam. Letztendlich trieb er sie mit nur 29 Jahren in einen frühen Tod. Für die Feiern »200 Jahre Unabhängigkeit Brasiliens« im Sommer 2022 wird die beliebte Habsburgerin endlich wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt, war sie es doch, die das Papier zur Souveränität Brasiliens unterschrieben hat.
„Don’t cry for me, Argentina“ – durch ihren frühen Tod wurde Eva Perón zur Legende. Andrew Lloyd Webber widmete ihr ein Musical, Madonna verkörperte sie im Kino. Ursula Prutsch erzählt das kurze, aber intensive Leben einer starken Frau aus einfachen Verhältnissen, die zum weltweiten Mythos wurde, und führt dabei zugleich ein in die Geschichte des modernen Argentinien. Mit nur 33 Jahren starb „Evita“ an Krebs. Trotzdem ging die Gattin des argentinischen Präsidenten Juan Perón als mächtigste Frau Lateinamerikas in die Geschichte ein. Für die einen war sie Feministin, Wohltäterin der Armen und Heilige der Arbeiter, für die anderen eine machtgierige, berechnende Aufsteigerin, die Mildtätigkeit als bloße Show inszenierte. Zur Politik Eva Peróns gehörte es auch zu polarisieren und mit Emotionen zu regieren. Dadurch prägte sie den peronistischen Populismus entscheidend mit. Ursula Prutsch legt nun die erste wissenschaftlich fundierte deutschsprachige Biographie dieser modernen Kunstikone vor.
Waffen, Nazis und Geheimdienste. Die Biografie
Er sorgte für Skandale, Gerüchte und geheimnisumwitterte Geschichten: Fritz Mandl, der Ehemann Hedy Lamarrs und europäische „Patronenkönig“. Aus einer Wiener jüdischen Familie stammend, bekannte er sich zum Faschismus. Er bewunderte Mussolini und exportierte seine Patronen nach Deutschland, Italien und Japan ebenso wie nach Russland. Von den Nazis als „Jude Mandl“ gebrandmarkt, gelang es ihm sogar, die „Arisierung“ seines Unternehmens zu verhandeln. Im argentinischen Exil galt er als Verbindungsmann der Nazis, die Geheimdienste beschatteten ihn argwöhnisch. Erstmals erzählt Ursula Prutsch diese ungewöhnlich schillernde Lebensgeschichte, in der sich exemplarisch das Zusammenspiel von Big Business mit Diktaturen widerspiegelt.
Was sagen uns Schlagzeilen über gesellschaftliche Debatten? Schlagzeilen in Zeitungen bestimmen, was aus der Perspektive der Zeitgenossen wichtig ist. Klaus Zeyringer analysiert ausgewählte Nachrichten im Original und untersucht, wie sie Ereignisse aufnahmen, die heute als welthistorisch gelten. Dabei werden die Themen und Vorfälle sichtbar, die die Menschen damals beschäftigten, sowie jene, die heute nicht mehr relevant erscheinen. Diese Analysen bieten Einblicke in Kommunikationsformen und soziale Lebensweisen. Ursula Prutsch ordnet die Berichte historisch ein und zeigt, wie Zeitgenossen Ereignisse bewerteten und wie sich deren Bedeutung im Laufe der Geschichte veränderte. An zahlreichen Beispielen wird deutlich, wie die Presse während der „Glorious Revolution“ 1688/89 einen Paradigmenwechsel vollzog, dass europäische und amerikanische Zeitungen die Not indigener Völker während des Kolonialismus weitgehend ignorierten, und wie der Ruf nach Revolutionen 1848 hallte. Zudem wird die fatale Rolle der Zeitungen beim Börsenkrach 1873 und der darauffolgenden Wirtschaftskrise beleuchtet, sowie der Einfluss von Propagandalügen auf den Ersten Weltkrieg. Die Analyse zeigt auch, wie Fotos die Wahrnehmung des Spanischen Bürgerkriegs prägten. Eine fesselnde Zeitreise, die zum Nachdenken über die Schlagzeilen von heute anregt.