17 Geschichten von der Antike bis zur Zukunft. Aus den Feuilletons des Berliner Ende des OdysseusDer Dreifuß der HelenaDie neue LustDie heilige KuhDie WetteDie SauDie Sorgen GottesDie InschriftenGoldDie Brüder in ApollDer AmbassadeurDas TrajansforumMedjidjeh - Eine wahrhaftige GeschichteDie Dame mit dem AugenaufschlagCanes FamiliaresAusleseDas neue Paradies
Die Erlebnisse eines sensiblen Intellektuellen während seiner schweren Gefangenschaft von 1914 bis 1917 stehen im Mittelpunkt dieses Berichts. Zunächst in Einzelhaft und in Lebensgefahr als vermeintlicher Spion, wird er später mit anderen Gefangenen in einem Notlager zusammengepfercht. Trotz der widrigen Umstände gelingt es ihm, Notizen zu erstellen, die er jedoch aus Angst vor Entdeckung vernichten muss. Seine traumatischen Erfahrungen werden nach Kriegsende eindringlich rekonstruiert und bieten einen tiefen Einblick in die Schrecken des Krieges und der Gefangenschaft.
Victor Aubertin (1870-1928) gehört als Zeitgenosse von Kerr und Polgar zu den großen Berliner Feuilletonisten seiner Jahre. Er schrieb regelmäßig für das "Berliner Tageblatt" und viele lasen die Zeitung seinetwegen. Etliche von Aubertin für den Tag geschriebene und nicht in eigenen Bänden enthaltene Blättchen sind in diesem Band vor dem Vergessen bewahrt.
»Als Herr Rathenau im Reichstag einen besonders schön gerundeten und klar verständlichen Satz beendet hatte, wurde ihm das Wort ›Feuilleton‹ zugerufen. Der Zuruf kam von den Bänken der Rechten und ist deshalb als ein Schimpfwort aufzufassen gewesen.« Victor Auburtin, 1921 Das Feuilleton, die Kleine Form, ist im deutschsprachigen Raum seit über hundert Jahren ein journalistischer Sonderfall und eine Nebenbühne, auf der man sich mit stilistischer Eleganz und gedanklicher Prägnanz bewähren muss. Sie kommt aus der Mode. Sie wird ersetzt durch schnell ins Netz gehauene abfällige oder zustimmende Kommentare, die der Ironie oder sprachlichen Feinheit keinen Platz lassen. Die beiden Herausgeber, seit Jahren wissenschaftlich oder als Autoren mit der Kleinen Form vertraut, rufen Texte in Erinnerung, in denen es genau um dieses pointierte, mit Leichtigkeit und Eleganz gepaarte Schreiben geht, das genaues Beobachten – und Lesen erfordert, den Leser dann aber mit überraschenden Einsichten und wohltuenden Zweifeln reichlich belohnt.