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Paolo Prodi

    3 de octubre de 1932 – 16 de diciembre de 2016
    Eine Geschichte der Gerechtigkeit
    Das Konzil von Trient und die Moderne
    • Eine Geschichte der Gerechtigkeit

      Vom Recht Gottes zum modernen Rechtsstaat

      • 488 páginas
      • 18 horas de lectura

      Paolo Prodis klar und transparent geschriebenes Werk ist ein herausragendes Beispiel politischer Ideengeschichte und interdisziplinärer Gelehrsamkeit. Es bietet einen fundierten historischen Überblick über die Entwicklung des Gerechtigkeitsgedankens und den geistesgeschichtlichen Kontext, der die aktuellen Debatten um Gewissen und Gesetz in ihrer Komplexität verständlicher macht. Prodi entwirft ein eindrucksvolles Panorama der Gerechtigkeitsvorstellungen, das vom Alten Testament und der griechischen Antike bis zur Gegenwart reicht. Die religiös geprägten Auffassungen von iustitia bilden den Ausgangspunkt, wobei Gerechtigkeit zwischen Menschen und Gerechtigkeit Gottes eng miteinander verbunden sind. Ab dem 13. Jahrhundert entsteht jedoch ein Pluralismus der Rechtsordnungen (Kirchenrecht, Naturrecht, Römisches Recht) und der Gerichte. In der Folge divergieren das von verschiedenen Instanzen gesetzte Recht und die Anforderungen des nun individuell werdenden Gewissens. Der allmächtige und omnipräsente Staat tritt an die Stelle des allwissenden Gottes und versucht, Gewissensfragen rechtlich zu regeln. Dieser Konflikt zwischen individuellem Gewissen und dem allgemeinen Gesetz großer Institutionen prägt bis heute die Gerechtigkeitsproblematik, etwa in Bezug auf Abtreibung, Sterbehilfe oder genetische Eingriffe.

      Eine Geschichte der Gerechtigkeit2003
    • In diesem Sammelband wird der Versuch unternommen, das Konzil von Trient in die umfassenden religiösen, kulturellen und politischen Bewegungen des 16. und 17. Jahrhunderts einzuordnen. Zudem werden die Verbindungen zwischen der Entstehung des modernen Staates, der Veränderung der Kirchenstrukturen und der Bildung der Territorialkirchen beleuchtet. Die Beiträge, entstanden aus einer Studienwoche des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts in Trient, befassen sich mit verschiedenen Aspekten der Konfessionalisierung und der Bedeutung der Reformimpulse des Konzils für die Modernisierung. Die Herausgeber, Paolo Prodi und Wolfgang Reinhard, haben provokant Paradigmen wie Modernisierung, Rationalisierung, Individualisierung und Sozialdisziplinierung eingeführt. In Anlehnung an Ernst Troeltsch und Max Weber wird die Frage aufgeworfen, ob das abendländische Christentum aktiv zur Entstehung der Moderne beigetragen hat oder ob es diese nur passiv erlebt hat. Die Beiträge setzen sich mit diesen Paradigmen auseinander, indem sie sie akzeptieren, diskutieren oder ablehnen. Besondere Themen wie die Beziehungen zwischen Kirche, Reich und Landesfürsten, die neuen Verfahrensregeln der Konzilsdebatten, die Rolle neuer religiöser Orden, veränderte Seelsorge und Volksfrömmigkeit sowie weitere relevante Fragen werden hier neu untersucht, wobei die Betrachtung in einem Spannungsfeld zwischen kirchlich-religiöser und weltlicher Sphäre erfolgt.

      Das Konzil von Trient und die Moderne2001