Jürg Schubiger hat ein umfangreiches literarisches Werk, das seit den 1980er Jahren zunehmend auch die Kinderliteratur umfasst. Seine Geschichten, Gedichte und Texte für Bilderbücher wurden in viele Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Für die Geschichtensammlung „Als die Welt noch jung war“ erhielt er 1996 den Schweizer Jugendbuchpreis und den Deutschen Jugendliteraturpreis. 2008 wurde ihm der Hans Christian Andersen-Preis für sein gesamtes kinderliterarisches Werk verliehen, die bedeutendste internationale Auszeichnung in diesem Bereich. In diesem Band der Reihe „Kinder- und Jugendliteratur im Unterricht“ wird Schubigers Werk vorgestellt und interpretiert. Neben seinen Geschichten und Gedichten werden auch Überlegungen aus Vorträgen, Interviews und Essays einbezogen. Das Buch bietet umfassende Informationen zur Entstehung seiner Werke, ausführliche Kommentare zu ihrer literarischen Eigenart und praxisnahe Vorschläge für den Literaturunterricht. Das didaktische Konzept fokussiert auf die Begriffe „literarische Erfahrung“ und „literarische Bildung“, unter denen Schubigers „Kinderliteratur der Nachdenklichkeit“ wirkungsvoll zur Geltung kommt.
Bernhard Rank Orden de los libros





- 2012
- 1997
Kinderliteratur spielt eine wesentliche Rolle in der literarischen Sozialisation von Heranwachsenden und wird im Deutschunterricht aller Schulformen eingesetzt. Der Band versammelt Beiträge zum systematischen Status der Kinderliteratur im Spannungsfeld zwischen Leseverhalten, Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Erforschung der Kinderliteratur von der Pädagogik und Deutschdidaktik gelöst und als Teil der Literaturwissenschaft und Sozialforschung neu definiert. Lehrpläne und Schulfächer haben sich für Teile der Kinderliteratur geöffnet, sodass sie in fast allen Fächern, insbesondere im Literaturunterricht, einen festen Platz im Curriculum einnehmen. Angesichts der Veränderungen in der literarischen Sozialisation durch die Umwälzung der Medienlandschaft ist es notwendig, das Verhältnis von Kinder- und Jugendliteratur sowie Literaturdidaktik neu zu bestimmen und deren Rolle in der Lehrerbildung zu überdenken. Diese Fragestellungen waren Thema einer Ringvorlesung, die vom Lesezentrum an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg veranstaltet wurde. Die vorliegenden Beiträge sind besonders empfehlenswert für Studierende der Lehrämter und Germanistik sowie für Lehrer- und Weiterbildungsinstitutionen und Germanistische Institute der Universitäten.