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Karina Kellermann

    Abschied vom "historischen Volkslied"
    Macht und Herrschaft im Siegel- und Münzbild
    Die Figur des Ratgebers in transkultureller Perspektive
    • Der Herrscher und seine Berater vom Rat geben und Rat nehmen Zur vormodernen Herrschaftsausübung gehörte das Einholen von Rat. Dies gilt für das vormoderne Europa ebenso wie für außereuropäische Gesellschaften. Dieser Band fokussiert sich auf diese spezifische Ratgeber-Herrscher-Situation. Die Beiträgerinnen und Beiträger fragen nach den Methoden des Ratgebens, den Mitteln, die zum Ratschlag benutzt wurden, den Kriterien der Legitimität und der Kompetenz von Ratgebern. Welche Rolle spielten dabei Nähe und Distanz zwischen Herrscher und Ratgeber? Hatten sie Einfluss auf den Erfolg der Beratung? Ratgebersituationen dienen textintern als Forum narrativer Herrschaftskritik und textextern als effektives transkulturelles Herrschaftsinstrument der Vormoderne. The pre-modern exercise of power included seeking counsel. This applies to pre-modern Europe as well as to non-European societies. The present volume focuses on this specific counsellor-ruler situation and asks about methods of giving counsel, the means used to give counsel, criteria of legitimacy and competence of counsellors, and what influence proximity and distance between ruler and counsellor played on the question of whether the counsel was successful, i.e. whether the counsel was listened to.

      Die Figur des Ratgebers in transkultureller Perspektive
    • Macht und Herrschaft im Siegel- und Münzbild

      • 317 páginas
      • 12 horas de lectura

      Dieser Band zeigt, welche Chancen ikonographische Fragestellungen bei der Analyse von Münzbildern bieten und wie weibliche Herrschaft visuell umgesetzt werden kann. Die visualisierten Herrschaftskonzepte funktionieren medienübergreifend. Erstmals werden die Umschriften der hochmittelalterlichen Siegel deutscher Könige analysiert. Bilder von Kaisern, Königen und Fürsten auf Siegeln, Münzen und in literarischen Texten geben wichtige Einblicke in allgemeine Herrschaftsvorstellungen sowie in die repräsentativen Strategien einzelner Herrscher. Diese „Bilder“ können sowohl Darstellungen des Herrscherkörpers in festlichen Gewändern mit Insignien als auch symbolische Repräsentationen wie Wappen umfassen. Der Bezug zu textlichen Elementen, wie Siegel- und Münzinschriften sowie literarischen Texten, wird hergestellt. Der Band verdeutlicht, wie ikonographische Ansätze bei der Analyse von Münzdesigns und der visuellen Darstellung weiblicher Herrschaft genutzt werden können. Immer wieder wird deutlich, dass die Visualisierung von Herrschaftskonzepten in verschiedenen Medien ähnlich funktioniert.

      Macht und Herrschaft im Siegel- und Münzbild
    • Abschied vom "historischen Volkslied"

      Studien zu Funktion, Ästhetik und Publizität der Gattung historisch-politische Ereignisdichtung

      Die Arbeit untersucht ein zentrales Corpus spätmittelalterlicher Geschichtsdichtungen vom 14. Jahrhundert bis zur Reformation, das bislang in der Geschichtswissenschaft, Publizistik und Germanistik vernachlässigt wurde und fälschlicherweise als 'historische Volkslieder' bezeichnet wird. Durch eine grundlegende Revision der Texte und deren situative Anbindung an historische Ereignisse wird gezeigt, dass es sinnvoll ist, von einer eigenen Gattung auszugehen: der historisch-politischen Ereignisdichtung. Die Ignoranz gegenüber diesen propagandistischen Liedern und Reimreden zur Tagespolitik ist unverständlich, da sie im krassen Gegensatz zum breiten Interesse der spätmittelalterlichen Gesellschaft stehen. Zudem wurde übersehen, dass bereits vor der Erfindung des Buchdrucks an der Konstitution von Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung gearbeitet wurde, Kategorien, die oft als neuzeitlich betrachtet werden. Der spezifische Reiz dieser poetischen Manifestationen der politischen Publizistik liegt in ihrem Zeugnischarakter für die Mentalitätsgeschichte. Die Wahl aktueller Ereignisse, die aggressive oder vorsichtige Präsentation und die Ansprache eines informierten Publikums gewähren Einblicke in politische Ansichten, soziale Empfindlichkeiten und Glaubensnöte des spätmittelalterlichen Menschen, wie kaum eine andere literarische Form oder historische Quelle der Zeit.

      Abschied vom "historischen Volkslied"