Im Norden Rumäniens an der Grenze zur Ukraine gelegen, gehört die Maramures zu den abgeschiedensten Regionen Europas. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein - die Menschen in den einsamen Bergen und Tälern leben und arbeiten wie vor Jahrhunderten, ihre Geschichten und Sagen werden von Generation zu Generation weitergereicht, und der Kreislauf der Jahreszeiten und die darin eingebetteten christlichen Feste bestimmen den Alltag seit eh und je. Axel Heller hat die Maramures zehn Jahre lang immer wieder bereist und ist den Menschen dort mit seiner Kamera so nahe gekommen wie niemand zuvor. Doch nicht ethnografische Dokumentation stand im Zentrum seines Interesses, sondern die Frage nach den existentiellen Bedingungen des Seins, nach dem Leben in einer Landschaft und in einer Tradition, die jetzt durch den Einbruch der Moderne erstmals in ihrem Wesen bedroht ist.
Axel Heller Orden de los libros




- 2015
- 2012
- 2008
Zwischen märchenhaften Welten und der rauen Realität der Armut bewegt sich Axel Heller, ein Seefahrer und moderner Odysseus, der mit Filmrollen und dem Leben zurückkehrt. Er sucht das, was in Deutschland verloren gegangen ist: das Ursprüngliche, Existentielle und Natürliche. Sein Thema ist der Mensch in der Präsenz des Todes – ob Tier, Königstochter, Mönch oder Bettler – und die zermürbende Arbeit, die dem Leben Sinn verleiht, sowie Feste und Traditionen, die die Zeit spürbar machen. Immer wieder begegnet er Kindern und Rebellen, die sich mit ihrer Jugend und Fantasie gegen das Vorherbestimmte stemmen. In Indien versammeln sich Kamele in der Wüste, während Elefanten im Ganges umringt von Pilgern sind. Rituelle Feste zeigen eine Vielfalt an Gesichtern, Prozessionen und schimmernden Kostümen. Heller erfindet diese Welt nicht, sondern berührt das, was vergeht: alte Boote mit Segeln, fliegende Rikschas und spielende Schlangenbeschwörer. Er reflektiert die Poesie des Unbekannten, der Märchen und Sagen. In seiner Fotografie vereint er moderne Konstruktivismus mit der Haptik der Realität, zieht den Betrachter in den Bann und eröffnet die Brisanz des Gesehenen sowie dessen Allgemeingültigkeit. (Maik Buttler)