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Sommerhaus, später

Erzählungen

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Judith Hermanns Debütwerk räumt mit zahlreichen Vorurteilen auf: Es gibt talentierte deutsche Nachwuchsautoren, die Gattung der Erzählung lebt und deutsches Schreiben kann leichtfüßig und virtuos sein. In neun Geschichten schlüpft die Erzählperson in verschiedene Rollen – als Enkelin, Geliebte, Künstlerin oder Zuhörerin. Die Intimität zu den Lesern wird schnell aufgebaut, doch ebenso schnell endet jede Geschichte und eine neue beginnt. Personen treten in das Leben der Protagonisten ein und verlassen es wieder, hinterlassen kleine, schmerzhafte Wunden. Beispielsweise der alte, einsame Mann, der seine Klassikkassetten einem jungen Mädchen schenkt, oder Sonja, die in einen Maler verliebt ist und schließlich wie ein Geist aus seinem Leben verschwindet. Gut und Böse existieren nicht, nur Unvermögen oder Großzügigkeit. Hermanns Kunst zeigt sich in direkter Rede, realistischen Vergleichen und detaillierter Wahrnehmung, während die Erzählungen angenehm unvollständig bleiben. Sie wirken, als hätte jemand eine Kamera auf einige Personen in Berlin oder New York gerichtet und dann ausgeblendet. Ein Protagonist sagt: "Du musst lernen zu warten, auch auf die kleinen Ereignisse." Für dieses Werk erhielt Hermann 1999 den Förderpreis des Bremer Literaturpreises. Die Jury lobte ihre atmosphärisch dichte Prosa und die Fähigkeit, das Lebensgefühl von Menschen einzufangen, die in Liebe und Angst gefangen sind und das Scheitern ihrer Lebenspläne me

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Sommerhaus, später, Judith Hermann

Idioma
Publicado en
2003
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(Tapa dura),
Estado del libro
Dañado
Precio
3,89 €

Métodos de pago

3,7
Muy bueno
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Subtítulo
Erzählungen
Idioma
Alemán
Publicado en
2003
Formato
Tapa dura
Páginas
187
ISBN10
3100331818
ISBN13
9783100331816
Serie
Primera publicación
1998
Título original
Sommerhaus, später
Calificación
3,65 de 5
Descripción
Judith Hermanns Debütwerk räumt mit zahlreichen Vorurteilen auf: Es gibt talentierte deutsche Nachwuchsautoren, die Gattung der Erzählung lebt und deutsches Schreiben kann leichtfüßig und virtuos sein. In neun Geschichten schlüpft die Erzählperson in verschiedene Rollen – als Enkelin, Geliebte, Künstlerin oder Zuhörerin. Die Intimität zu den Lesern wird schnell aufgebaut, doch ebenso schnell endet jede Geschichte und eine neue beginnt. Personen treten in das Leben der Protagonisten ein und verlassen es wieder, hinterlassen kleine, schmerzhafte Wunden. Beispielsweise der alte, einsame Mann, der seine Klassikkassetten einem jungen Mädchen schenkt, oder Sonja, die in einen Maler verliebt ist und schließlich wie ein Geist aus seinem Leben verschwindet. Gut und Böse existieren nicht, nur Unvermögen oder Großzügigkeit. Hermanns Kunst zeigt sich in direkter Rede, realistischen Vergleichen und detaillierter Wahrnehmung, während die Erzählungen angenehm unvollständig bleiben. Sie wirken, als hätte jemand eine Kamera auf einige Personen in Berlin oder New York gerichtet und dann ausgeblendet. Ein Protagonist sagt: "Du musst lernen zu warten, auch auf die kleinen Ereignisse." Für dieses Werk erhielt Hermann 1999 den Förderpreis des Bremer Literaturpreises. Die Jury lobte ihre atmosphärisch dichte Prosa und die Fähigkeit, das Lebensgefühl von Menschen einzufangen, die in Liebe und Angst gefangen sind und das Scheitern ihrer Lebenspläne me