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Die Schlinge

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Mein Name ist Lukas Wolfskehl, Teilhaber einer Anwaltskanzlei in Frankfurt/Oder mit Schwerpunkt auf Strafverteidigungen. Ich habe den Fünfzigsten hinter mir und bemerke, wie ich älter werde. Selbst die spektakulärsten Verbrechen in meiner Praxis überraschen mich kaum noch. Irgendwann sieht alles gleich aus und verliert an Bedeutung. Früher war ich ein leidenschaftlicher Verteidiger, doch jetzt denke ich oft, dass die Rache der Gesellschaft ihren Lauf nehmen sollte. Meine Mandanten sehen in mir einen Mann in den besten Jahren, doch ich fühle mich innerlich anders. Claudia, eine alte Freundin, vermutet, dass ich in einer Midlife-Crisis stecke. Sie kam extra aus Berlin, um mich zu kurieren, kochte Rotbuschtee und gab mir Ratschläge, wie ich meine Einstellung gegenüber den Mandanten ändern könnte. Ihre Lebensweisheit bestand darin, in jedem Menschen das Gute und Schöne zu sehen. Um mich zu überzeugen, erzählte sie eine Geschichte von Jesus, der in einem verwesenden Hund die schönen Zähne sah, während andere nur das Hässliche wahrnahmen. Claudia wollte mir beibringen, das Positive in allem zu entdecken, sogar unter der Hülle eines Verbrechers. Ich hörte ihr zu, doch unsere Gespräche waren in letzter Zeit oft rührselig, lächerlich und unnütz.

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Die Schlinge, Rolf Henrich

Idioma
Publicado en
2001
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(Tapa blanda),
Estado del libro
Dañado
Precio
1,28 €

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3,5
Bueno
2 Valoraciones

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Idioma
Alemán
Editorial
Eichborn
Publicado en
2001
Formato
Tapa blanda
Páginas
160
ISBN10
3821807075
ISBN13
9783821807072
Serie
Calificación
3,5 de 5
Descripción
Mein Name ist Lukas Wolfskehl, Teilhaber einer Anwaltskanzlei in Frankfurt/Oder mit Schwerpunkt auf Strafverteidigungen. Ich habe den Fünfzigsten hinter mir und bemerke, wie ich älter werde. Selbst die spektakulärsten Verbrechen in meiner Praxis überraschen mich kaum noch. Irgendwann sieht alles gleich aus und verliert an Bedeutung. Früher war ich ein leidenschaftlicher Verteidiger, doch jetzt denke ich oft, dass die Rache der Gesellschaft ihren Lauf nehmen sollte. Meine Mandanten sehen in mir einen Mann in den besten Jahren, doch ich fühle mich innerlich anders. Claudia, eine alte Freundin, vermutet, dass ich in einer Midlife-Crisis stecke. Sie kam extra aus Berlin, um mich zu kurieren, kochte Rotbuschtee und gab mir Ratschläge, wie ich meine Einstellung gegenüber den Mandanten ändern könnte. Ihre Lebensweisheit bestand darin, in jedem Menschen das Gute und Schöne zu sehen. Um mich zu überzeugen, erzählte sie eine Geschichte von Jesus, der in einem verwesenden Hund die schönen Zähne sah, während andere nur das Hässliche wahrnahmen. Claudia wollte mir beibringen, das Positive in allem zu entdecken, sogar unter der Hülle eines Verbrechers. Ich hörte ihr zu, doch unsere Gespräche waren in letzter Zeit oft rührselig, lächerlich und unnütz.