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Verfassung und Alltag

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Die Studie von Lilli Löbsack aus dem Jahr 1985 über „Verfassung und Alltag“ beleuchtet die Erinnerungen an die Militärdiktatur in Brasilien von 1964 bis 1985, auch bekannt als die „bleiernen Jahre“ oder „anos de chumbo“. Obwohl diese Zeit vorbei ist, bleibt sie mit einer Aura von Gewalt und Schrecken präsent, was sowohl kognitive Neugier als auch Emotionen bei den Zeitzeugen weckt. Der Kultursoziologe Roberto DaMatta betont, dass die Vergangenheit besonders erregt, wenn sie die Menschen direkt betrifft. Aktuell wird die politische Öffentlichkeit Brasiliens durch eine drohende Verfassungskrise erfasst, ausgelöst durch den Entwurf eines allgemeinen „Informationsgesetzes“ („Lei de Acesso à Informacao“). Dieses Gesetz könnte Dokumente, die das Verhältnis des Militärregimes zur ausländischen Diplomatie und militärischen Zusammenarbeit betreffen, für 30 Jahre als geheim einstufen. Die Bevölkerung ist sich der Art geheimer Staatsgeschäfte bewusst, die damit verborgen werden sollen. DaMatta warnt, dass durch ein solches Gesetz das Vergessen verordnet wird, was bedeutet, dass die Menschen aufhören, sich an ihre Geschichte zu erinnern. Das brasilianische Volk hat das Recht, die wahre Vergangenheit zu kennen.

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Verfassung und Alltag, Lilli Löbsack

Idioma
Publicado en
2012
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Título
Verfassung und Alltag
Idioma
Alemán
Editorial
Shaker
Publicado en
2012
Páginas
277
ISBN10
3844007334
ISBN13
9783844007336
Serie
Descripción
Die Studie von Lilli Löbsack aus dem Jahr 1985 über „Verfassung und Alltag“ beleuchtet die Erinnerungen an die Militärdiktatur in Brasilien von 1964 bis 1985, auch bekannt als die „bleiernen Jahre“ oder „anos de chumbo“. Obwohl diese Zeit vorbei ist, bleibt sie mit einer Aura von Gewalt und Schrecken präsent, was sowohl kognitive Neugier als auch Emotionen bei den Zeitzeugen weckt. Der Kultursoziologe Roberto DaMatta betont, dass die Vergangenheit besonders erregt, wenn sie die Menschen direkt betrifft. Aktuell wird die politische Öffentlichkeit Brasiliens durch eine drohende Verfassungskrise erfasst, ausgelöst durch den Entwurf eines allgemeinen „Informationsgesetzes“ („Lei de Acesso à Informacao“). Dieses Gesetz könnte Dokumente, die das Verhältnis des Militärregimes zur ausländischen Diplomatie und militärischen Zusammenarbeit betreffen, für 30 Jahre als geheim einstufen. Die Bevölkerung ist sich der Art geheimer Staatsgeschäfte bewusst, die damit verborgen werden sollen. DaMatta warnt, dass durch ein solches Gesetz das Vergessen verordnet wird, was bedeutet, dass die Menschen aufhören, sich an ihre Geschichte zu erinnern. Das brasilianische Volk hat das Recht, die wahre Vergangenheit zu kennen.