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Miroslav Tichý

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Die Geschichte des tschechischen Fotografen Miroslav Tichý ist sowohl erstaunlich als auch fesselnd. Mit selbstgebauten Kameras aus Pappe und Klebeband nahm Tichý in den 1960er und 70er Jahren mehrere tausend Bilder von den Frauen seiner Heimatstadt Kyjov in Mähren auf. Diese Aufnahmen zeigen Frauen in ihrem Alltag und verwandeln gewöhnliche Momente von Arbeit und Freizeit in kleine Epiphanien. Seine verschwommenen und schiefen Fotografien besitzen eine auffällige Zeitgenossenschaft und erinnern an die frühen Gemälde von Gerhard Richter oder die Fotografien von Sigmar Polke. Unvollkommen gedruckt und absichtlich beschädigt, vermitteln sie ein überraschendes retrogrades oder sogar antimodernistisches Gefühl. Im Kontext der kalten Kriegsatmosphäre in der Provinz Tschechoslowakei, kurz vor und nach dem liberalisierenden Moment des Prager Frühlings (1968), stellen sie eine Art indirekte politische Provokation dar, eine provokante Antwort auf den progressiven realistischen Perfektionismus der offiziellen sowjetischen Kultur.

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Miroslav Tichý, Tobia Bezzola, Roman Buxbaum

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2005
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