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Jüdische Kultur in den SchUM-Städten

Literatur - Musik - Theater

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Die Städte Speyer, Worms und Mainz, bekannt als „SchUM“, sind bis heute bedeutende Orte im jüdischen Bewusstsein weltweit. Neben heiligen Stätten prägen vor allem Erzählungen, Erinnerungen, Lieder und Melodien das Bild dieser drei jüdischen Muttergemeinden im Rheinland. In diesem Band werden die narrativen und musikalischen Traditionen der SchUM-Gemeinden untersucht: von der Erzählungsliteratur des Mittelalters bis zur modernen hebräischen Literatur, sowie dem rheinisch-synagogalen und jiddischen Volksgesang, einschließlich des Purim-Schpils. Die Beiträge von 16 Autoren beleuchten, wie die SchUM-Gemeinden die Grundlagen eines deutschen Judentums bilden und dessen enge Verflechtung mit der deutschen Erzähl- und Frömmigkeitskultur, trotz ständiger Ausgrenzung und Verfolgung. Die Welt der Grimm’schen Märchen zeigt sich hier bereits Jahrhunderte früher in jüdischer Form; Drachen, Dämonen und Zauberer dienen als literarische Mittel zur Verarbeitung des Alltags. Die hebräischen und jiddischen Geschichten spiegeln ein aschkenasisch-jüdisches Heimatbewusstsein wider, das in Worms das „kleine Jerusalem“ sieht, mit eigener rechtlicher und spiritueller Autorität und der Erwartung des Messias. Ohne diese Erzählkultur bleibt die rheinische Region ebenso unverständlich wie ohne die Sagen und Lieder der Nibelungen.

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Jüdische Kultur in den SchUM-Städten, Karl Erich Grözinger

Idioma
Publicado en
2014
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(Tapa dura)
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Título
Jüdische Kultur in den SchUM-Städten
Subtítulo
Literatur - Musik - Theater
Idioma
Alemán
Editorial
Harrassowitz
Publicado en
2014
Formato
Tapa dura
Páginas
343
ISBN10
3447101377
ISBN13
9783447101370
Serie
Descripción
Die Städte Speyer, Worms und Mainz, bekannt als „SchUM“, sind bis heute bedeutende Orte im jüdischen Bewusstsein weltweit. Neben heiligen Stätten prägen vor allem Erzählungen, Erinnerungen, Lieder und Melodien das Bild dieser drei jüdischen Muttergemeinden im Rheinland. In diesem Band werden die narrativen und musikalischen Traditionen der SchUM-Gemeinden untersucht: von der Erzählungsliteratur des Mittelalters bis zur modernen hebräischen Literatur, sowie dem rheinisch-synagogalen und jiddischen Volksgesang, einschließlich des Purim-Schpils. Die Beiträge von 16 Autoren beleuchten, wie die SchUM-Gemeinden die Grundlagen eines deutschen Judentums bilden und dessen enge Verflechtung mit der deutschen Erzähl- und Frömmigkeitskultur, trotz ständiger Ausgrenzung und Verfolgung. Die Welt der Grimm’schen Märchen zeigt sich hier bereits Jahrhunderte früher in jüdischer Form; Drachen, Dämonen und Zauberer dienen als literarische Mittel zur Verarbeitung des Alltags. Die hebräischen und jiddischen Geschichten spiegeln ein aschkenasisch-jüdisches Heimatbewusstsein wider, das in Worms das „kleine Jerusalem“ sieht, mit eigener rechtlicher und spiritueller Autorität und der Erwartung des Messias. Ohne diese Erzählkultur bleibt die rheinische Region ebenso unverständlich wie ohne die Sagen und Lieder der Nibelungen.