Bookbot

Schriften zum Sozial- und Arbeitsrecht - 171: Tarif- und Betriebsautonomie

Ein Beitrag zu den Voraussetzungen und Grenzen des Tarifvorbehalts, insbesondere dem Erfordernis der Tarifbindung des Arbeitgebers

Parámetros

  • 497 páginas
  • 18 horas de lectura

Más información sobre el libro

Die veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen des Weltmarktes haben die Tarifautonomie in Deutschland in eine Krise gestürzt. Immer mehr Unternehmer verlassen ihre Verbände, um Lohn- und Arbeitsbedingungen durch Betriebsvereinbarungen zu regeln, die ihren wirtschaftlichen Bedürfnissen entsprechen. Ein zentrales rechtliches Hindernis dabei ist der Tarifvorbehalt gemäß § 77 Abs. 3 BetrVG, der von der Arbeitsrechtsprechung als Normsetzungsprärogative für Tarifvertragsparteien interpretiert wird. Der Verfasser argumentiert, dass diese Deutung auf falschen rechtlichen und faktischen Annahmen beruht. Der historische Zweck des Tarifvorbehalts, der zur Weimarer Zeit zum Schutz gegen die Rätebewegung eingeführt wurde, rechtfertigt heute nicht mehr den Vorrang tariflicher vor betrieblicher Regelungen. Vielmehr sollten alle Arbeitsbedingungen, einschließlich Löhne und Arbeitszeiten, aus betriebssoziologischen und ökonomischen Gründen auf betrieblicher Ebene geregelt werden. Verfassungsrechtlich spricht gegen einen allgemeinen Primat tariflicher Normsetzung, dass die Betriebsautonomie als Teil der individuellen Vereinigungsfreiheit und Privatautonomie unter dem Grundgesetz steht. Der Verfasser schlägt ein Verständnis des Tarifvorbehalts vor, das den individuellen Arbeitnehmerschutz in den Vordergrund stellt. Demnach sollte die Sperrwirkung des § 77 Abs. 3 BetrVG nicht für Betriebsvereinbarungen gelten, die nicht organisierte Unternehmer

Compra de libros

Schriften zum Sozial- und Arbeitsrecht - 171: Tarif- und Betriebsautonomie, Thomas Lambrich

Idioma
Publicado en
1999
Encuadernación
(Tapa blanda),
Estado del libro
Bueno
Precio
38,99 €

Métodos de pago

Nadie lo ha calificado todavía.Añadir reseña

Título
Schriften zum Sozial- und Arbeitsrecht - 171: Tarif- und Betriebsautonomie
Subtítulo
Ein Beitrag zu den Voraussetzungen und Grenzen des Tarifvorbehalts, insbesondere dem Erfordernis der Tarifbindung des Arbeitgebers
Idioma
Alemán
Publicado en
1999
Formato
Tapa blanda
Páginas
497
ISBN10
3428099087
ISBN13
9783428099085
Serie
Descripción
Die veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen des Weltmarktes haben die Tarifautonomie in Deutschland in eine Krise gestürzt. Immer mehr Unternehmer verlassen ihre Verbände, um Lohn- und Arbeitsbedingungen durch Betriebsvereinbarungen zu regeln, die ihren wirtschaftlichen Bedürfnissen entsprechen. Ein zentrales rechtliches Hindernis dabei ist der Tarifvorbehalt gemäß § 77 Abs. 3 BetrVG, der von der Arbeitsrechtsprechung als Normsetzungsprärogative für Tarifvertragsparteien interpretiert wird. Der Verfasser argumentiert, dass diese Deutung auf falschen rechtlichen und faktischen Annahmen beruht. Der historische Zweck des Tarifvorbehalts, der zur Weimarer Zeit zum Schutz gegen die Rätebewegung eingeführt wurde, rechtfertigt heute nicht mehr den Vorrang tariflicher vor betrieblicher Regelungen. Vielmehr sollten alle Arbeitsbedingungen, einschließlich Löhne und Arbeitszeiten, aus betriebssoziologischen und ökonomischen Gründen auf betrieblicher Ebene geregelt werden. Verfassungsrechtlich spricht gegen einen allgemeinen Primat tariflicher Normsetzung, dass die Betriebsautonomie als Teil der individuellen Vereinigungsfreiheit und Privatautonomie unter dem Grundgesetz steht. Der Verfasser schlägt ein Verständnis des Tarifvorbehalts vor, das den individuellen Arbeitnehmerschutz in den Vordergrund stellt. Demnach sollte die Sperrwirkung des § 77 Abs. 3 BetrVG nicht für Betriebsvereinbarungen gelten, die nicht organisierte Unternehmer