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Friedrich Klopstock

    Der Messias
    Oden
    Ausgewählte Oden und Elegien
    Hermanns Schlacht
    Der Tod Adams
    Aufsätze und Abhandlungen
    • Aufsätze und Abhandlungen

      • 54 páginas
      • 2 horas de lectura

      Das Publicum ist sehr berechtigt, von dem, der etwas den Aussprüchen desselben unterwirft, zu fordern, daß er, wenn er das Gemälde aufgestellt hat, weggehe, und schweige. Ich darf sagen, daß ich diesem Gesetze beinahe mit einer Art Gewissenhaftigkeit nachgelebt habe. Ich habe mich gleich von Anfange unter die Zuschauer gemischt, geschwiegen, und von einigen gelernt. Ich werde auch itzt nichts anders tun. Ich werde nur einige von den Zuschauern, die mich hören wollen, auf die Seite nehmen, und sie auf eine Stelle führen, von welcher, wie ich glaube, Gedichte von dieser Art, in ihrem wahren Gesichtspunkte, angesehn werden. Meine Absicht ist also nicht, vom Messias; sondern von derjenigen Poesie, die ich die heilige nenne, überhaupt zu reden. Ich weiß sehr wohl, daß ich mich hier doppelter Gefahr aussetze. Die erste ist, daß ich von einer Sache nur etwas sage, von der man ein Buch schreiben müßte, sie ganz zu sagen. Und es ist schwer, von einer wichtigen Sache genung zu sagen, wenn man sie nicht erschöpft. Die zweite Gefahr ist, daß ich meine Richter an die strengen Forderungen erinnere, die sie, so sehr berechtigt, an denjenigen tun, der es unternimmt, sie, durch diesen Weg, auf den erhabenen Schauplatz der Religion zu führen. Allein sowohl diese Vorstellung, als auch meine Abneigung, etwas, das zur Kritik gehört, zu schreiben, hat bei mir der Gedanke überwunden, daß ich dadurch vielleicht etwas täte, das einigen nützen, und andern angenehm sein könnte. Eh ich von der Sache selbst rede, kann ich die Frage nicht ganz unberührt lassen: Ob es erlaubt sei, den Inhalt zu Gedichten aus der Religion zu nehmen? Es können sie einige, aus wirklicher Frömmigkeit, tun. Diesen antworte ich mit der Ehrerbietung, die ich gegen jedes rechtschaffne Herz habe.

      Aufsätze und Abhandlungen
    • Die Schönheiten eines Trauerspiels, die es mehr durch Gewohnheiten und Sitten einer Nation, als durch die einfältige Natur sind, haben sich oft dadurch der Gefahr ausgesetzt, weniger zu gefallen. Und nicht selten sind sie der Gefahr unterlegen, wenn diese Gewohnheiten und Sitten ein zu fremder Zusatz zu der schönen Natur waren. Denn, wenn wir uns in diesem Falle auch mit noch so vieler Bemühung in die Zeiten und Umstände versetzen, worauf sich ein Trauerspiel vorzüglich bezieht: so bleibt uns doch allezeit aufs Wenigste eine gewisse zarte Widersetzlichkeit der Empfindung übrig, die den großen Mann, für den uns die Geschichte und der Dichter einnehmen wollen, lieber in andern, als in solchen Umständen, die der Natur so oft ein falsches Colorit geben, handeln sehn möchte. Diese Anmerkung ist eine von den Ursachen gewesen, warum ich unsern Stammvater zu der Hauptperson eines Trauerspiels gemacht habe. Vielen Lesern wird hier gleich einfallen: daß man kein Trauerspiel aus der Offenbarung nehmen müsse. Wenn Das so viel heißen soll, daß die großen Männer, die uns die Bibel aufbehalten hat, nicht so würdig sind vor uns zu erscheinen, als die großen Männer des Heidenthums: so sehe ich nicht ein, warum ich Salomo nicht so hoch als Titus schätzen solle. Sobald man aber dadurch sagen will, daß diejenigen großen Männer der Offenbarung, die nicht anders, als von den tiefsten Geheimnissen der Religion begleitet, aufgeführt werden könnten, selbst für das ernsthafte Trauerspiel zu ernsthaft sind: so bin ich so sehr von dieser Meinung, daß ich wünschte, daß in dem Polieuct einige Stellen nicht wären. Man kann die Religion in zween Hauptgesichtspunkten ansehen. Es führt uns ein Vorhof zu dem Heiligthume. Was in dem Vorhofe geschieht, hat, wenn ich das Wort wagen darf, noch eine gewisse Miene von Weltlichkeit. Es hat aber zugleich so viel wirklich Erhabenes, so viel schöne und große Natur, daß es mir sonderbar vorkömmt, daß wir nur eine Athalie haben.

      Der Tod Adams
    • Hermanns Schlacht

      • 104 páginas
      • 4 horas de lectura

      Ich übergebe Unserm erhabnen Kaiser dieses vaterländische Gedicht, das sehr warm aus meinem Herzen gekommen ist. Nur Hermann konnte seine Schlacht wärmer schlagen. Sie, gerecht, überdacht und kühn, wie jemals eine für die Freiheit, und deutscher, als unsre berühmtesten, ist es, die gemacht hat, daß wir unerobert geblieben sind. Niemanden oder dem Kaiser mußte ich ein Gedicht zuschreiben, dessen Inhalt uns so nah angeht. Und diese Zuschrift soll zu denen seltnen gehören, welchen man ihr Lob glaubt. Was sage ich, ihr Lob? Wenn der Geschichtschreiber redet, so lobt nicht er, sondern die That. Und ich darf That nennen, was beschlossen ist und bald geschehen wird. Der Kaiser liebt sein Vaterland, und Das will Er, auch durch Unterstützung der Wissenschaften, zeigen. Nur Dieß darf ich sagen...

      Hermanns Schlacht
    • Ausgewählte Oden und Elegien

      • 60 páginas
      • 3 horas de lectura

      Der du mir gleich bist, den die Unsterblichen Höhern Gesängen neben mir auferziehn, Schau mit mir, Schmidt, auf unsrer Freundschaft Zärtliche Jugend zurück und fühle, Was du da fühltest, als in Umarmungen, Die uns zusegnend der im Olympus sah, Dein großes Herz mehr deinem Freunde Als nur gesungene Freundschaft weihte. Eh wir den Menschen kannten, den göttlichen, Wenn er durch Taten den, der ihn schuf, verehrt, Den tiefsten Pöbel aller Geister, Wenn er sich selbst, wenn er Gott verkennet; Eh noch des Nachruhms lockender Silberton Dem Ohre süß klang, eh er allmächtig uns Mit sich im Wirbelstrome fortriß: Liebten wir uns unbemerkt und glücklich. Zwar horcht auch oft schon unser früh waches Ohr Nicht ganz unschuldig, ganz nicht unwissend mehr, Wenn von den liedervollen Hügeln Dichtern die Ewigkeit lächelnd zurief. Noch jung und furchtsam bebte die Ehrbegier Durch unser Herz hin. Freund, dann umarmt ich dich, Da hast du mir die schönsten Tränen, Welche mir jemals mein Herz durchdrungen, Auf meine Wangen jugendlich hingeweint: Tränen der Freundschaft, Tränen der Ehrbegier, Wenn du mit seelenvollem Auge Bald mich umarmtest, bald Miltons Schatten Auf heilgern Bergen, als der Parnassus ist, Von Seraphinen und von Uranien Allein besucht, sahst, menscheneinsam Unnachgeahmt ohne Nebenbuhler.

      Ausgewählte Oden und Elegien
    • Oden

      • 140 páginas
      • 5 horas de lectura

      An der Höhe, wo der Quell der Barden in das Thal Sein fliegendes Getöne, mit Silber bewölkt, Stürzet, da erblickt' ich, Göttin, dich Noch Einmal, du kamst zu dem Sterblichen herab! Und mit Hoheit in der Mine stand sie, und ich sah Die Geister um sie her, die, den Liedern entlockt, Täuschen, ihr Gebild. Die Wurdi's Dolch Unschuldige traf, die begleiteten sie fern, Wie in Dämrung; und die Skulda's mächtigerer Stab Errettete, die schwebten umher in Triumph, Schimmernd, um die Göttin, hatten stolz Mit Laube der Eiche die Schläfe sich bekränzt. Den Gedanken, die Empfindung treffend und mit Kraft, Mit Wendungen der Kühnheit zu sagen! das ist, Sprache des Thuiskon, Göttin, dir, Wie unseren Helden Eroberung, ein Spiel. O Begeistrung! sie erhebt sich, feurigeres Blicks Ergiesset sich ihr Auge, die Seel' in der Glut! Ströme! denn du schonest dess umsonst, Der, leer des Gefühls, den Gedanken nicht erreicht! Wie sie herschwebt an des Quells Fall! mächtiges Getön, Wie Rauschen im Beginne des Walds ist ihr Schwung! Draussen um die Felsen braust der Sturm; Gern höret der Wandrer das Rauschen in dem Wald. Wie sie schwebet an der Quelle! sanfteres Getön. Wie Wehen in dem tieferen Wald' ist ihr Schwung. Draussen um die Felsen braust der Sturm! Gern höret im Walde der Wanderer das Wehn. Die der Fremdling nicht entweiht, (Teutonien erlag Nur Siegen unerobert!) o freyere, dich Wagte der geschreckten Fessel nicht Zu fesseln? Die Adler entflogen, und du bliebst, Die du warest! An dem Rhodan klirret sie noch laut Die Kette des Eroberers! laut am Ibeer! Also, o Britanne, schallt dir noch Der Angel und Sachse mit herschendem Geklirr! So bezwang nicht an des Rheins Strom Romulus Geschlecht! Entscheidungen Vergeltungen sprachen wir aus, Rache, mit des Deutschen Schwert, und Wort! Die Kette verstumte mit Varus in dem Blut! Die dich damals mit erhielten, Sprache, da im Forst Der Weser die Erobererkette versank, Schweigend in der Legionen Blut Versank, sie verhüllt die Vergessenheit mit Nacht! Ah die Geister der Bardiete, welche sie zur Schlacht Ertöneten dem zürnenden Vaterlandsheer, Folgen mit der Todeswunde dir! Ha Norne, dein Dolch! Wirst auch diesen, so sie klagt Die vertilgten, du vertilgen? Bilder des Gesangs! Ihr Geister! ich beschwör' euch, ihr Genien! lehrt Führet mich den steilen kühnen Gang Des Haines, die Bahn der Unsterblichkeit hinauf! So erscholl's mir von der Telyn wieder in dem Hain. Mir dauchte, dass Teutona mit Lächeln auf mich Blickte: da durchströmt' es all mein Blut Mit Feuer, und Röthe, wie jugendlichem Tanz In dem Frühlinge getanzt glüht, flamte mir herauf Die Wange! Ihr Begleiter! ihr Geister! so rief Eiliger ich aus, ihr saht den Blick Der Göttin, sie lächelte! Genien, ihr saht's! O des Zaubers, den sie scheidend zauberte! Sie rief, Und Geister der Gesänge gesungen durch mich Kamen, ihr Gebild, und hatten stolz Mit heiligem Laube die Schläfe sich bekränzt, Mit dem jüngsten aus dem Haine. Hebe denn, o Dolch Der Norne, dich, du fehlst sie! die Göttin hat sie Schirmend, auf der Bahn des steilen Gangs, Des kühnen, hinauf zur Unsterblichkeit geführt!

      Oden
    • Der Messias

      • 442 páginas
      • 16 horas de lectura

      Welchen König der Gott über die Könige Mit einweihendem Blick, als er geboren ward, Vom Olympus her sah, der wird ein Menschenfreund Und des Vaterlands Vater sein. Ihm winkt schimmernder Ruhm und die Unsterblichkeit, Viel zu theuer durchs Blut blühender Jünglinge Und der Mutter und Braut nächtliche Thrän' erkauft, In das eiserne Feld umsonst. Niemals weint er am Bild eines Eroberers, Seinesgleichen zu sein! Schon da sein menschliches Herz Kaum zu fühlen begann, war der Eroberer Für den Göttlichen viel zu klein! Aber Thränen nach Ruhm, welcher erhabner ist, Keines Höflings bedarf, Thränen, geliebt zu sein Vom glückseligen Volk, weckten den Jüngling oft In der Stunde der Mitternacht, Wenn der Säugling im Arm hoffender Mütter schlief, Einst ein glücklicher Mann! wenn sich des Greises Blick Sanft in Schlummer verlor, itzo verjünget ward, Noch den Vater des Volks zu sehn. Lange sinnt er ihm nach, welch ein Gedank' es ist, Gott nachahmen und selbst Schöpfer des Glückes sein Vieler Tausend! Er hat eilend die Höh' erreicht Und entschließt sich, wie Gott zu sein! Wie das ernste Gericht furchtbar die Wage nimmt Und die Könige wägt, wenn sie gestorben sind, Also wägt er sich selbst jede der Thaten vor, Die sein Leben bezeichnen soll, Ist ein Christ und belohnt redliche Thaten erst! Alsdann schaut auch sein Blick lächelnd auf Die herab, Die der Muse sich weihn, welche das weiche Herz Tugendhafter und edler macht, Winkt dem stummen Verdienst, das in der Ferne steht! Durch sein Muster gereizt, lernt es Unsterblichkeit; Denn er wandelt allein, ohne der Muse Lied, Sichern Wegs zur Unsterblichkeit. Die Du von dem Olymp Gott, den Messias, singst, Fromme Sängerin, itzt Dich zu den Höhen hebst, Wo das heilige Lob jener Monarchen tönt,

      Der Messias