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Friedrich Klopstock

    Der Messias
    Oden
    Ausgewählte Oden und Elegien
    Hermanns Schlacht
    Der Tod Adams
    Aufsätze und Abhandlungen
    • Aufsätze und Abhandlungen

      • 54 páginas
      • 2 horas de lectura

      Das Publicum hat das Recht, von dem, der seine Äußerungen präsentiert, zu verlangen, dass er nach der Darbietung schweigt. Ich habe mich bemüht, diesem Gesetz nachzukommen, indem ich mich unter die Zuschauer mischte und von ihnen lernte. Ich werde auch jetzt nichts anderes tun, als einige Zuhörer an eine Stelle zu führen, von der ich glaube, dass sie Gedichte dieser Art im richtigen Licht betrachtet. Mein Ziel ist es, über die heilige Poesie zu sprechen. Ich bin mir bewusst, dass ich mich damit doppelter Gefahr aussetze: Erstens, dass ich nur einen Teil einer Thematik behandle, die ein ganzes Buch erfordert. Zweitens, dass ich die strengen Anforderungen meiner Zuhörer anspreche, die berechtigt sind, wenn es darum geht, sie auf den erhabenen Schauplatz der Religion zu führen. Dennoch überwiegt der Gedanke, dass ich damit möglicherweise etwas Nützliches und Angenehmes bewirken könnte. Bevor ich zur Sache komme, möchte ich die Frage aufwerfen, ob es erlaubt ist, religiöse Inhalte in Gedichten zu verwenden. Einige tun dies aus echter Frömmigkeit, und ich antworte ihnen mit der gebotenen Ehrerbietung, die ich jedem rechtschaffenen Herzen entgegenbringe.

      Aufsätze und Abhandlungen2023
    • Die Schönheiten eines Trauerspiels sind oft mehr durch die Gewohnheiten und Sitten einer Nation geprägt als durch die natürliche Einfachheit. Diese kulturellen Einflüsse können dazu führen, dass ein Werk weniger ansprechend ist und manchmal sogar die Gefahr birgt, die Empfindungen des Publikums zu stören. Selbst wenn wir uns bemühen, die historischen Kontexte zu verstehen, bleibt oft ein gewisses Unbehagen zurück, das uns dazu bringt, die dargestellten großen Figuren lieber in anderen, natürlicheren Umständen zu sehen. Diese Überlegung hat mich dazu bewogen, unseren Stammvater zur Hauptfigur eines Trauerspiels zu machen. Einige Leser könnten einwenden, dass man kein Trauerspiel aus der Offenbarung ableiten sollte. Wenn dies bedeutet, dass die großen biblischen Figuren nicht mit den Helden der Antike verglichen werden können, sehe ich keinen Grund, warum ich Salomo nicht ebenso hoch schätzen sollte wie Titus. Sollte die Meinung bestehen, dass die biblischen Figuren zu ernsthaft für ein Trauerspiel sind, teile ich diese Ansicht nicht vollständig. Es gibt Aspekte der Religion, die sowohl weltliche als auch erhabene Elemente enthalten. Daher erscheint es mir merkwürdig, dass wir nur eine Athalie haben, während die religiösen Themen viel Potenzial für dramatische Darstellungen bieten.

      Der Tod Adams2023
    • Ausgewählte Oden und Elegien

      • 60 páginas
      • 3 horas de lectura

      Der du mir gleich bist, den die Unsterblichen Höhern Gesängen neben mir auferziehn, Schau mit mir, Schmidt, auf unsrer Freundschaft Zärtliche Jugend zurück und fühle, Was du da fühltest, als in Umarmungen, Die uns zusegnend der im Olympus sah, Dein großes Herz mehr deinem Freunde Als nur gesungene Freundschaft weihte. Eh wir den Menschen kannten, den göttlichen, Wenn er durch Taten den, der ihn schuf, verehrt, Den tiefsten Pöbel aller Geister, Wenn er sich selbst, wenn er Gott verkennet; Eh noch des Nachruhms lockender Silberton Dem Ohre süß klang, eh er allmächtig uns Mit sich im Wirbelstrome fortriß: Liebten wir uns unbemerkt und glücklich. Zwar horcht auch oft schon unser früh waches Ohr Nicht ganz unschuldig, ganz nicht unwissend mehr, Wenn von den liedervollen Hügeln Dichtern die Ewigkeit lächelnd zurief. Noch jung und furchtsam bebte die Ehrbegier Durch unser Herz hin. Freund, dann umarmt ich dich, Da hast du mir die schönsten Tränen, Welche mir jemals mein Herz durchdrungen, Auf meine Wangen jugendlich hingeweint: Tränen der Freundschaft, Tränen der Ehrbegier, Wenn du mit seelenvollem Auge Bald mich umarmtest, bald Miltons Schatten Auf heilgern Bergen, als der Parnassus ist, Von Seraphinen und von Uranien Allein besucht, sahst, menscheneinsam Unnachgeahmt ohne Nebenbuhler.

      Ausgewählte Oden und Elegien2023
    • Oden

      • 140 páginas
      • 5 horas de lectura

      An der Höhe, wo der Quell der Barden in das Tal stürzt, erblickte ich die Göttin erneut, die zu den Sterblichen herabkam. Mit Hoheit stand sie da, umgeben von Geistern, die den Liedern entlockt waren. Die Wurdi's Dolch traf Unschuldige, während die Skulda's mächtigerer Stab die Triumphierenden um die Göttin schimmern ließ, die stolz mit Eichenlaub bekränzt waren. Die Sprache des Thuiskon, die Gedanken und Empfindungen treffend, ist ein Spiel der Eroberung. Begeisterung durchflutet sie, während ihr feuriger Blick die Seele in Glut taucht. Ströme der Emotionen fließen, denn der Gefühllose erreicht die Gedanken nicht. Ihr Schwung am Quellfall ist mächtig, wie das Rauschen im Wald. Der Wanderer hört das Rauschen und das Wehen im tieferen Wald. Die unberührte Freiheit, die sich nicht fesseln ließ, bleibt bestehen. Laut klirrt die Kette des Eroberers am Rhodan und Ibeer. Britanne, das Geklirr von Angel und Sachse hallt wider. Entscheidungen und Vergeltungen wurden mit des Deutschen Schwert und Wort ausgesprochen. Die Kette verstummte mit Varus im Blut. Die Geister der Bardiete ertönten im zürnenden Heer. Ah, Norne, dein Dolch! Wirst du auch die Vertilgten vertilgen? Ihr Geister, lehrt mich den steilen Gang zur Unsterblichkeit! So erklang es mir im Hain. Teutona lächelte, und Feuer durchströmte mein Blut. Genien, ihr saht den Blick der Göttin! O des Zaubers, den sie wirkte! Sie rief, und die Geister der Gesänge kamen durch mich. Hebe

      Oden2023
    • Hermanns Schlacht

      • 104 páginas
      • 4 horas de lectura

      Ich übergebe Unserm erhabnen Kaiser dieses vaterländische Gedicht, das sehr warm aus meinem Herzen gekommen ist. Nur Hermann konnte seine Schlacht wärmer schlagen. Sie, gerecht, überdacht und kühn, wie jemals eine für die Freiheit, und deutscher, als unsre berühmtesten, ist es, die gemacht hat, daß wir unerobert geblieben sind. Niemanden oder dem Kaiser mußte ich ein Gedicht zuschreiben, dessen Inhalt uns so nah angeht. Und diese Zuschrift soll zu denen seltnen gehören, welchen man ihr Lob glaubt. Was sage ich, ihr Lob? Wenn der Geschichtschreiber redet, so lobt nicht er, sondern die That. Und ich darf That nennen, was beschlossen ist und bald geschehen wird. Der Kaiser liebt sein Vaterland, und Das will Er, auch durch Unterstützung der Wissenschaften, zeigen. Nur Dieß darf ich sagen...

      Hermanns Schlacht2022
    • Der Messias

      • 442 páginas
      • 16 horas de lectura

      Welchen König der Gott über die Könige mit einweihendem Blick, als er geboren ward, vom Olympus her sah, wird ein Menschenfreund und des Vaterlands Vater sein. Ihm winkt schimmernder Ruhm und Unsterblichkeit, teuer erkauft durch das Blut blühender Jünglinge und die Tränen von Müttern und Bräuten. Niemals weint er um den Eroberer, dessen Gleichheit ihm zu klein ist. Schon als sein menschliches Herz zu fühlen begann, war der Eroberer für den Göttlichen viel zu gering. Thränen nach einem erhabenen Ruhm, der keiner Höflings Gunst bedarf, weckten den Jüngling oft in der Mitternacht, wenn der Säugling in den Armen hoffender Mütter schlief. Er sinnt nach, wie es ist, Gott nachzuahmen und selbst Schöpfer des Glücks vieler Tausend zu sein. Eilig hat er die Höh’ erreicht und entschließt sich, wie Gott zu sein. Er wägt seine Taten, die sein Leben prägen sollen, und belohnt redliche Taten. Sein Blick lächelt auf die, die der Muse sich weihen, welche das Herz tugendhafter und edler macht. Durch sein Muster gereizt, lernt es Unsterblichkeit, denn er wandelt allein, ohne der Muse Lied, auf dem Weg zur Unsterblichkeit. Die Du von dem Olymp Gott, den Messias, singst, hebe dich zu den Höhen, wo das heilige Lob jener Monarchen tönt.

      Der Messias2022