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Im Paradies wurde eine einzige Sprache gesprochen, während Mithridates, der letzte Gegner Roms, mit seinen zweiundzwanzig Sprachen scheiterte. Diese beiden Konzepte bilden die Pole des europäischen Sprachdenkens, dessen jahrhundertelanger Konflikt in diesem Buch nachgezeichnet wird. Sprache wurde oft als störend betrachtet, sei es als Mittel der Verführung oder als Hindernis zur wahren Erkenntnis. Die Vielfalt der Sprachen wurde als zusätzliche Strafe für die Menschheit angesehen. Diese Sichtweise hat sich bis heute kaum verändert; Sprachlosigkeit bleibt eine Sehnsucht der westlichen Welt. Dennoch entwickelte sich im Laufe der Geschichte eine Gegenbewegung, die seit der Renaissance eine Freude an sprachlicher Kreativität und eine Liebe zu den Sprachen förderte. Besonders seit Leibniz wird die sprachliche Vielfalt als Reichtum des menschlichen Geistes erkannt. Das Projekt der Sprachwissenschaft entstand aus der Erkundung dieser Unterschiede im Denken. Dennoch wird es letztlich wieder von der alten Sprachkritik der Philosophie vereinnahmt. Der Fokus auf die angeborene Sprachfähigkeit und die politisch-ökonomische Vereinheitlichung schränkt den Raum für die Wertschätzung sprachlicher Vielfalt im Denken und Fühlen der Menschen zunehmend ein.
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Mithridates im Paradies, Jürgen Trabant
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- 2003
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