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Die beiden Quellen der Moral und der Religion

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In seinem letzten größeren Werk entwirft Bergson, ausgehend von seinem zentralen Begriff des élan vital, eine Ethik und Religionsphilosophie, die Moral und Religion auf deren interne Veränderungskräfte prüft. Er unterscheidet zwischen einer »geschlossenen Moral«, die zur Selbsterhaltung einer Gesellschaft beiträgt und unser Alltagsverhalten bestimmt, und einer »offenen Moral«, die auf Freiheit, Menschlichkeit und Liebe beruht. Diese »höhere« Moral, die eine offene Seelenhaltung voraussetzt, steht in Beziehung zur »niederen« Moral der geschlossenen Gesellschaft, vergleichbar mit Bewegung zur Ruhe und Freiheit zum Gesetz. Sie repräsentiert das schöpferische Prinzip, das gesellschaftliche Veränderungen ermöglicht. Entsprechend gibt es zwei Formen der Religion: Die »statische« Religion, die durch Riten gesellschaftliche Stabilität erzeugt und als Abwehrmaßnahme gegen Bedrohungen dient, und die »dynamische« Religion, die in einem lebensbejahenden Mystizismus wurzelt und am élan vital teilhat. Bergson verweist auf die Möglichkeit einer offenen, universalistischen Gesellschaft, gestützt auf christliche Mystik, buddhistische Kontemplation sowie die Lehren von Platon und Plotin. Beigegeben ist ein Aufsatz von Ernst Cassirer, der unmittelbar nach der deutschen Ausgabe für eine jüdische Monatszeitschrift verfasst wurde.

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Die beiden Quellen der Moral und der Religion, Henri Bergson

Idioma
Publicado en
2019
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(Tapa blanda)
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3,8
Muy bueno
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Idioma
Alemán
Editorial
Meiner
Publicado en
2019
Formato
Tapa blanda
ISBN10
3787331816
ISBN13
9783787331819
Serie
Primera publicación
1933
Título original
Les deux sources de la morale et de la religion
Calificación
3,8 de 5
Descripción
In seinem letzten größeren Werk entwirft Bergson, ausgehend von seinem zentralen Begriff des élan vital, eine Ethik und Religionsphilosophie, die Moral und Religion auf deren interne Veränderungskräfte prüft. Er unterscheidet zwischen einer »geschlossenen Moral«, die zur Selbsterhaltung einer Gesellschaft beiträgt und unser Alltagsverhalten bestimmt, und einer »offenen Moral«, die auf Freiheit, Menschlichkeit und Liebe beruht. Diese »höhere« Moral, die eine offene Seelenhaltung voraussetzt, steht in Beziehung zur »niederen« Moral der geschlossenen Gesellschaft, vergleichbar mit Bewegung zur Ruhe und Freiheit zum Gesetz. Sie repräsentiert das schöpferische Prinzip, das gesellschaftliche Veränderungen ermöglicht. Entsprechend gibt es zwei Formen der Religion: Die »statische« Religion, die durch Riten gesellschaftliche Stabilität erzeugt und als Abwehrmaßnahme gegen Bedrohungen dient, und die »dynamische« Religion, die in einem lebensbejahenden Mystizismus wurzelt und am élan vital teilhat. Bergson verweist auf die Möglichkeit einer offenen, universalistischen Gesellschaft, gestützt auf christliche Mystik, buddhistische Kontemplation sowie die Lehren von Platon und Plotin. Beigegeben ist ein Aufsatz von Ernst Cassirer, der unmittelbar nach der deutschen Ausgabe für eine jüdische Monatszeitschrift verfasst wurde.